Wirtschaft : EM.TV: Spekulationen über Kirch-Rückzug lassen Medienunternehmen abstürzen

Die Aktie des angeschlagenen Medienunternehmens EM.TV ist am Freitag an der Börse abgestürzt, nachdem zuvor über das drohende Scheitern der Rettungsaktion durch den Kirch-Konzern spekuliert worden war. Das am Frankfurter Neuen Markt notierte Papier fiel bis auf 4,03 Euro und erholte sich anschließend leicht. Bei 4,80 Euro stand die Aktie weiterhin mehr als 14 Prozent im Minus. Einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" zufolge steht der Einstieg von Kirch bei EM.TV auf der Kippe. EM.TV-Aufsichtsratsvorsitzender Nickolaus Becker wolle offenbar bessere Konditionen für die Anfang Dezember angekündigte Allianz mit der Kirch-Gruppe herausholen. Dem Bericht zufolge soll es zu einem heftigen Streit zwischen Becker und Kirch-Vizechef Dieter Hahn gekommen sein. Der Einstieg von Kirch bei dem Rechteverwerter müsse vom EM.TV-Aufsichtsrat abgesegnet werden, der das Thema am kommenden Dienstag erörtern werde.

EM.TV-Sprecherin Gisela Fischer sagte am Freitag, seit der Unterzeichnung der Absichtserklärung über einen Einstieg von Kirch im Dezember sei klar gewesen, dass beide Parteien die Bedingungen bis Ende Januar oder Anfang Februar prüfen wollten. Die vertragliche Vereinbarung vom Dezember bestünde weiter, sagten Unternehmenssprecher am Freitag in einem Interview mit dem Fernsehsender Deutsche Welle-TV. Kirch prüfe zur Zeit die Bücher von EM.TV und erwäge keinen Abbruch der Gespräche. Im Verhältnis der Unternehmen gebe es keine Änderung. Kirch soll gut 25 Prozent der Stimmen übernehmen und für 550 Millionen Dollar 49 Prozent der Formel-Eins-Anteile von EM.TV erhalten.

Die Analysten der Großbank ABN Amro nahmen die Berichte am Freitag zum Anlass, EM.TV erneut auf "Verkaufen" zu setzen. Die Kirch-Gruppe sei offenbar nicht zu einer Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden von EM.TV, Nickolaus Becker, bereit. Insgesamt gesehen sei die Zukunft von EM.TV ungewiß, Anleger sollten deshalb aussteigen.

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