Micro Smart Grid : Berlin testet intelligentes Stromnetz

Intelligente Stromnetze gelten als unerlässlich, wenn die Energiewende gelingen soll. In alter Industrielandschaft in Schöneberg wird derzeit die Zukunft erprobt - im Miniformat.

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Für Erneuerbare Energien wie Solarstrom müssen die bestehenden Netze umgebaut werden.
Für Erneuerbare Energien wie Solarstrom müssen die bestehenden Netze umgebaut werden.Foto: Reuters

Berlin - Energiewende praktisch: Mitten in Berlin wird unter realistischen Bedingungen erprobt, wie sich Energie aus Wind- und Sonnenkraft in ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid) integrieren lässt – und welche Rolle Elektroautos als Speicher dabei spielen. Auf dem Gelände des Euref-Campus am Gasometer in Berlin-Schöneberg ging am Freitag ein so genanntes Micro Smart Grid ans Netz. Das Vorhaben ist Teil des vom Bund mit 5,4 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekts „Be-Mobility – Berlin elektro- mobil“ und ein Kernprojekt der Bewerbung der Hauptstadtregion für den Schaufenster-Wettbewerb Elektromobilität der Bundesregierung.

„Mit diesem Projekt können wir demonstrieren, wie Energiewende und Elektromobilität zusammengehen“, sagte Stefan Schmitt, Referatsleiter im Bundesverkehrsministerium. Er stellte in Aussicht, dass bis April entschieden werde, welche deutschen Regionen den Zuschlag für eine Schaufenster-Förderung bekommen. Berlin habe eine „herausragende Bewerbung“ abgegeben. Insgesamt wurden 23 Bewerbungen eingereicht.

Bis Ende des vergangenen Jahres wurden auf dem Euref-Gelände, wo gegenwärtig mehr als 600 Beschäftigte arbeiten, mit Unterstützung der Gasag, dem Reiner Lemoine Institut sowie den Unternehmen Schneider Electric und Solon fünf Kleinwindanlagen, drei Solaranlagen und eine Großbatterie als Netzpuffer installiert. Verbunden wurden die Anlagen mit Ladesäulen für Elektroautos und einer Energieleitwarte, von der aus die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg alle Energieflüsse innerhalb des Smart Grids steuert. „Damit kann jetzt neben dem Strom aus dem öffentlichen Netz auch lokal produzierte regenerative Energie gezielt für die Versorgung der Elektrofahrzeuge und für ausgewählte Mieter auf dem Euref-Campus eingesetzt werden“, teilte das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (Innoz) mit, das das Standortmanagement übernimmt. Henrik Mortsiefer

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