Energiewirtschaft : Greenpeace interessiert sich für Vattenfalls Braunkohlegeschäft

Die Umwelt-Organisation veröffentlicht einen Brief an eine Bank, die mit dem Verkauf beauftragt ist.

Mit einem Ballon mit der Aufschrift "Stop Global Warming" überfährt ein Heißluftballon der Umweltorganisation Greenpeace das Braunkohlekraftwerk Deuben in Sachsen-Anhalt.
Mit einem Ballon mit der Aufschrift "Stop Global Warming" überfährt ein Heißluftballon der Umweltorganisation Greenpeace das...Foto: Peter Endig/dpa

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat einen unerwarteten Kaufinteressenten für sein Braunkohlegeschäft in Deutschland gefunden: die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Greenpeace Schweden veröffentlichte am Dienstag auf seiner Website einen Brief an die US-Bank Citigroup, die von Vattenfall mit dem Verkauf beauftragt wurde. "Wir werden mit Vattenfall ernsthaft über die Übernahme reden", erklärte die Präsidentin von Greenpeace Schweden, Annika Jacobson. Greenpeace kenne sich gut aus mit den Zukunftsfragen des Energiemarktes und der Entwicklung der Klimapolitik.

Kauf soll Wachstum in Kohlebranche bekämpfen

Durch den Kauf wolle Greenpeace das Wachstum der Kohlebranche begrenzen, erklärte Greenpeace. Wenn das Braunkohlegeschäft an andere Käufer gehe, sei es "wahrscheinlich, dass fünf neue Minen öffnen". Dies werde zu erheblichen CO2-Emissionen führen.

Ernsthafte Angebote willkommen

Der Konzern hatte am 22. September den Verkauf seines deutschen Braunkohlegeschäfts gestartet. Eine Vattenfalls-Sprecherin sagte am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, es handele sich um einen "offenen Prozess", in dem "jedes ernsthafte Angebot" willkommen sei.

Umorientierung bei Vattenfall: Grundlage für Verkauf des Braunkohlegeschäfts

Den Angaben von Vattenfall vom September zufolge steht das gesamte Geschäft der Braunkohleverstromung und des Braunkohletagebaus in Deutschland zum Verkauf: die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, Boxberg und Block R der Anlage Lippendorf in Sachsen sowie die dazugehörigen Tagebaubetriebe in der Lausitz. Auch zehn Wasserkraftwerke nicht weit vom Braunkohlerevier in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt stehen zum Verkauf. Der Energiekonzern, zu hundert Prozent im Staatsbesitz, hatte im vergangenen Oktober den Verkauf seines Braunkohlegeschäfts angekündigt. Hintergrund ist eine politisch gewollte Umorientierung nach dem jüngsten Machtwechsel in Schweden. Dort bilden Sozialdemokraten und Grüne seit knapp einem Jahr eine Minderheitsregierung.


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