Enron-Skandal : Ex-Chef-Buchhalter zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige Chef-Buchhalter des Pleitekonzerns Enron ist wegen Betrugs zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit einem Geständnis erreichte er einen milderen Richterspruch.

Houston - Der 46-jährige Richard Causey war wegen zahlreicher Betrugsdelikte angeklagt. Er bekannte sich Ende vergangenen Jahres schuldig. Ansonsten wäre er mit Ex-Enron-Chef Jeffrey Skilling vor Gericht gekommen, der vor wenigen Wochen zu 24 Jahren Haft verurteilt wurde, teilte das zuständige Gericht im texanischen Houston mit. Causey erklärte sich laut US-Justizministerium im Rahmen eines Deals mit dem Gericht bereit, 1,25 Millionen Dollar (knapp eine Million Euro) an die US-Regierung und eine Strafe von 25.000 Dollar zu zahlen.

Causeys Geständnis hatte zu Spekulationen geführt, er habe Skilling und Enron-Gründer Kenneth Lay belastet. Der Chef-Buchhalter hatte im Prozess gegen Skilling und Lay jedoch nie ausgesagt. Neben Skilling war auch Lay für schuldig befunden worden, starb aber noch vor dem Urteilsspruch. Skilling hatte bis nach dem Urteilsspruch seine Unschuld beteuert. Causey ist der letzte Angeklagte im Enron-Skandal, der seine Strafe erhält. Der frühere Finanzdirektor Andrew Fastow war in September zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Schulden in Höhe von 40 Milliarden Dollar verschleiert

Causey war von 1998 bis zum Zusammenbruch von Enron Ende 2001 Chefbuchhalter von Enron. Der Kollaps von Enron im Dezember 2001 ist neben dem späteren Bankrott des Telefonriesen WorldCom die bis heute zweitgrößte Firmenpleite der US-Geschichte. Erst kurz vor dem Zusammenbruch war damals ans Licht gekommen, dass Enron Schulden in Höhe von schätzungsweise 40 Milliarden Dollar in seinen Bilanzen verschleiert hatte. Durch die Pleite verloren Tausende von Beschäftigten ihren Job und viele zudem ihre in Firmenaktien angelegte Altersversorgung. Hinzu kamen Schäden für Anleger in Milliardenhöhe. (tso/AFP)

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