Wirtschaft : Erfolg für Bayer in den USA

Gesundheitsbehörde lässt Schlaganfallmittel zu

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Gute Aussichten für Bayer. Bis zu zwei Milliarden Euro könnte der von Marijn Dekkers geleitete Konzern aus Leverkusen mit Xarelto verdienen. Foto: dpa Foto: dpa
Gute Aussichten für Bayer. Bis zu zwei Milliarden Euro könnte der von Marijn Dekkers geleitete Konzern aus Leverkusen mit Xarelto...Foto: dpa

Berlin – Die Nachricht dürfte am Bayer-Hauptsitz in Leverkusen für große Erleichterung gesorgt haben: Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Schlaganfallmittel Xarelto in den USA zugelassen. Das Präparat ist einer der wichtigsten Hoffnungsträger des Chemie- und Pharmakonzerns. Im September erst hatte sich ein Expertengremium in den USA kritisch zu Xarelto geäußert und damit die Sorge geschürt, die Zulassung des Mittels könne sich verzögern.

Die FDA teilte am Freitag mit, die Zulassung zum Schutz vor Schlaganfällen gelte für Patienten mit Vorhofflimmern, einer typischen Form von Herz-Rhythmus-Störung. Allein in den USA leiden daran rund 2,3 Millionen Menschen.

Bayer erforscht Xarelto gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Johnson& Johnson für die unterschiedlichsten Indikationen. Die Leverkusener trauen dem Mittel Jahresumsätze von mehr als zwei Milliarden Euro zu. Die Schlaganfall-Vorbeugung dürfte einer der größten Erlösbringer sein. Zur Vorbeugung von Blutgerinnseln nach Knie- und Hüftoperationen ist die Arznei bereits auf dem Markt.

Dass die FDA nun ohne weitere Verzögerungen grünes Licht gegeben hat, ist wichtig für Bayer. Denn der Markt für neue Schlaganfallmittel ist hart umkämpft, Pfizer und Boehringer Ingelheim buhlen derzeit mit den Leverkusenern um die Vorherrschaft. Die Präparate sollen das jahrzehntealte Standardpräparat Warfarin ablösen. Mit Pradaxa hat Boehringer Ingelheim in den USA und auch in Europa bereits eine Arznei zum Schutz vor Schlaganfällen auf den Markt gebracht. Branchenexperten schätzen das Umsatzpotenzial für die neuen Mittel zur Schlaganfallprävention auf zehn bis 20 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Entscheidung über die Zulassung von Xarelto in Europa wird für Dezember erwartet. Der Arzneimittelausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hatte dies im September empfohlen.

Neben Xarelto hofft Bayer auch noch auf weitere wichtige Zulassungen. Das Prostatakrebsmittel Alpharadin und das Darmtumormedikament Regorafenib könnten bald auf den Markt kommen. Konzernchef Marijn Dekkers hatte bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal Ende Oktober gesagt, er rechne ab dem zweiten Halbjahr 2012 mit ersten Umsätzen durch die neuen Mittel. „Ab 2013 geht es dann richtig los“, sagte er. Jahel Mielke

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