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Essen auf Flügeln : Die Lufthansa kocht, die Post liefert

Wer Flugzeugessen mag, wird diesen Service lieben. Der Berliner Post-Supermarkt Allyouneed startet mit den Lufthansa-Köchen einen Lieferdienst. Der Speiseplan ist übersichtlich.

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Gedeckter Tisch. Das Essen für die Post-Kunden kommt aus der Lufthansa-Großküche.
Gedeckter Tisch. Das Essen für die Post-Kunden kommt aus der Lufthansa-Großküche.Foto: dpa

Künftig wird die Deutsche Post nicht nur Briefe und Pakete, sondern vielleicht auch fertige Essen an die Haustüre bringen. Derzeit testet die Post-Tochter Allyouneed gemeinsam mit der Lufthansa-Service-Gesellschaft (LSG) acht Wochen lang die Lieferung von Fertiggerichten. Der Name klingt vielversprechend: „Air Food One“. Das Pilotprojekt findet aber zunächst nur in Düsseldorf und Köln statt. Denn gekocht wird bei der LSG in Düsseldorf, wo auch die Bordmahlzeiten für Langstreckenflüge der Lufthansa zubereitet werden. DHL liefert die Essen dann per Kurier aus, der Kunde muss die Speisen nur noch erwärmen.

Die Kunden hätten sich so etwas gewünscht, erklärt Allyouneed-Sprecher Max Thinius. „Wir machen viele solche Projekte und testen die Wünsche unserer Kunden auf Machbarkeit.“ Ob daraus ein dauerhaftes Angebot entsteht, wird sich zeigen, wenn der Test ausgewertet ist.

Der Kunde muss das Essen selbst aufwärmen

Allyouneed, 2011 in Berlin gegründet, ist ein Online-Supermarkt mit mehr als 20000 Produkten im Sortiment – vom Haarshampoo über den Babybrei bis zu frischem Obst und Gemüse. Ein normaler Supermarkt hat nach Angaben von Allyouneed höchstens 9000 Produkte im Regal. Bereits 2012 stieg die Deutsche Post DHL bei dem Start-up ein und hält inzwischen fast alle Anteile. Wer bis 24 Uhr bei Allyouneed bestellt, erhält seine Waren am nächsten Tag vom Kurier geliefert. Beim Fertigessen kann man zwischen den Lieferzeiten 18 bis 20 Uhr oder 20 bis 22 Uhr auswählen.

Der Speiseplan ist im Testlauf noch sehr übersichtlich: Für diesen Mittwoch stehen als vegetarisches Gericht Tortellini mit Tomatensauce oder Rinderfilet mit Karamell-Zwiebel-Sauce zur Auswahl. „Ihre Menüs fliegen in gekühlten Behältern bei Ihnen ein, sodass Sie die Mahlzeiten nach Erwärmung frisch genießen können“, lautet das Werbeversprechen.

Rund 200 Mitarbeiter sind bei dem Start-up in Berlin

In Deutschland steht der Online-Lebensmittelhandel noch ganz am Anfang. Die Unternehmensberatung EY geht aber davon aus, dass er in den kommenden Jahren rasant wachsen wird. Im vergangenen Jahr gaben die Deutschen demnach 175 Milliarden Euro für Lebensmittel aus – gerade einmal 0,5 Milliarden Euro davon entfielen auf den Vertriebsweg Internet. Bis zum Jahr 2020 soll der jährliche Online-Umsatz auf 20 Milliarden Euro steigen, prognostizieren die Experten von EY. Der Marktanteil steige damit von aktuell 0,3 auf dann zehn Prozent.

Rasant gewachsen ist auch das Berliner Start-up. Allyouneed beschäftigt inzwischen rund 200 Mitarbeiter in Einkauf, IT, Marketing und Verwaltung. Die meisten arbeiten am Firmensitz am Checkpoint Charly. Die übrigen beim Lager in Stauffenberg bei Kassel, wo DHL ein Frachtzentrum hat.

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