Börse : Vor der Rede von Janet Yellen liegt der Dax vorbörslich leicht im Plus

Vor der mit Spannung erwarteten Antrittsrede der neuen Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress warten die Börsen überwiegend ab. Der Dax liegt vorbörslich minimal im Plus.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Der Dax liegt vorbörslich bereits wieder über der Marke von 9300 Punkten. Am Montag hatte das Marktbarometer nach einem freundlichen Vormittagshandel seine Gewinne wieder abgegeben und 0,12 Prozent leichter bei 9289 Punkten geschlossen.

Die Vorgaben aus Amerika und Asien sind durchwachsen. US-Aktienanleger waren vorsichtig in die Woche gestartet. Nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten am Freitag hielten sich Investoren zurück und warteten auf neue Impulse. In den Fokus rückte deshalb die Antrittsrede der neuen Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress am heutigen Dienstag.

Die US-Notenbank hat im Januar angefangen, das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe zu drosseln. Viele gehen davon aus, dass sie diesen Kurs auch nach dem Arbeitsmarktbericht fortsetzt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 15.801 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte 0,2 Prozent auf 1799 Punkte vor. Der Index der techlastigen Nasdaq verbesserte sich um 0,5 Prozent auf 4148 Punkte vor.

In Fernost gewinnen die Börsen leicht

In Fernost blieb die Börse in Tokio geschlossen. Die südkoreanische Börse in Seoul gewann 0,5 Prozent. In Sydney ging es um 0,7 Prozent nach oben. Der MSCI-Index für die aisatischen Aktien außerhalb Japans stieg um 0,9 Prozent. Auch die China-Börsen legten zu. Der Leitindex in Hongkong kletterte um ein Prozent, der Markt in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus.

Es gibt einige Unternehm,ensnachrichten, die heute ebenfalls eine Rolle spielen könnten. Dem Mobilfunkanbieter Vodafone stehen in den kommenden Jahren zwischen 30 und 40 Milliarden Dollar für Übernahmen zur Verfügung. Diese Summe nannte der Chef des britischen Konzerns, Vittorio Colao, am Montag in New York. "Wir erwägen Zukäufe, die beträchtlich sind und das Unternehmen verändern könnten", sagte er.

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger dürfte das vergangene Jahr mit einem Gewinnsprung beendet haben. Im Schnitt rechnen die Analysten damit, dass der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) im vierten Quartal 2013 binnen Jahresfrist um 29,3 Prozent auf 150 Millionen Euro zugenommen hat.

Der Handelsriese Metro hat nach einem durchwachsenen Weihnachtsgeschäft seine Jahresprognose eingegrenzt. Metro-Chef Olaf Koch stellte seinen Aktionären am Dienstag für das Geschäftsjahr 2013/14 einen operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren von "etwa 1,75 Milliarden Euro" in Aussicht. Im vergangenen Dezember hatte Koch noch angekündigt, den Wert von 1,7 Milliarden Euro "spürbar übertreffen" zu wollen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der dbb-Beamtenbund wollen sich heute über gemeinsame Forderungen für die kommende Tarifrunde im öffentlichen Dienst verständigen. Es geht diesmal um die Gehälter der über zwei Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen - beschäftigt in Verwaltungen, Kinderhorten, im Nahverkehr oder bei der Müllabfuhr und im Straßendienst.

Sigmar Gabriel heute bei der Eröffnung der Macan-Fabrik von Porsche in Leipzig

Der Autobauer Porsche eröffnet heute seine Macan-Fabrik in Leipzig. Das Unternehmen investierte nach eigenen Angaben rund eine halbe Milliarde Euro in den Standort. Jährlich sollen in Leipzig 50.000 Macan - so der Modellname des kleinen Bruders der großen Geländelimousine Cayenne - von den Bändern rollen.

Die Fabrik ist das größte Neubau-Vorhaben in der Porsche-Historie. Zum Festakt hat sich Prominenz angesagt. Neben Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wollen auch die Porsche- und VW-Granden Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche sowie VW-Vorstandschef Martin Winterkorn die Fabrik-Eröffnung feiern.

In den USA neigt sich die Bilanzsaison langsam dem Ende zu. Für die Aktien des Monopoly-Herstellers Hasbro ging es 4,5 Prozent nach oben, obwohl das Unternehmen bekanntgegeben hatte, dass der Gewinn von Oktober bis Dezember bei rund 130 Millionen Dollar stagnierte. Für 2014 äußerte sich das Unternehmen zuversichtlich.

McDonald's zogen nach Umsatzzahlen für Januar Aufmerksamkeit auf sich. Die Verkäufe in den bestehenden Restaurants der Fastfood-Kette hatten weltweit zwar um 1,2 Prozent zugelegt, doch in den USA selbst waren sie zurückgegangen. Da half es auch nicht, dass McDonald's allein in der Region Asien, Pazifik, Naher Osten und Afrika den Umsatz um 5,4 Prozent gesteigert hatte. Die Aktie zählte im Dow mit einem Minus von 1,11 Prozent zu den schwächsten Werten.

Zu den Favoriten im US-Leitindex hingegen gehörte der Titel von American Express mit plus 1,54 Prozent. Händler verwiesen auf eine positive Studie der US-Bank Morgan Stanley.

Die Zusammenarbeit mit Internet-Pionier Yahoo bescherte den Anteilsscheinen des Bewertungsportals Yelp einen Kursaufschlag von knapp zwei Prozent.

Noch deutlicher fiel das Plus für die Papiere von AutoNavi mit 24 Prozent aus. Das chinesische Amazon-Pendant Alibaba übernimmt den Navigationsanbieter ganz und legt für die restlichen 72 Prozent der Aktien 1,45 Milliarden Dollar auf den Tisch.

Gefragt waren auch die Aktien von Apple mit einem Kursgewinn von 1,8 Prozent. Der umtriebige US-Finanzinvestor Carl Icahn gab nach heftiger Gegenwehr seine Forderung nach Aktienrückkäufen bei Apple im Volumen von 50 Milliarden Dollar auf.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 650 Millionen Aktien den Besitzer. 1778 Werte legten zu, 1228 gaben nach und 152 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 1518 im Plus, 1046 im Minus und 131 unverändert. (mit Reuters und dpa)

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