Wirtschaft : G-7-Staaten verlieren Einfluss Schwellenländer überflügeln den Westen

Berlin - Die vier größten Schwellenländer werden schon 2015 ein größeres Gewicht in der Weltwirtschaft haben als die sieben wichtigsten Industrieländer der vergangenen Jahre. Brasilien, Russland, Indien und China (die sogenannten Bric-Staaten) dürften schon bald Deutschland, den USA, Frankreich, Italien, Kanada, Großbritannien und Japan den Rang ablaufen, die bislang als G-7-Staaten auf eine Vormachtstellung pochen. „Die Gewichte in der Weltwirtschaft haben sich verschoben“, sagte Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), bei der Vorstellung einer Studie über die Schwellenländer am Montag in Berlin.

Auch die aktuelle Schuldenkrise trägt bei zum Machtwandel – sie hat bislang die aufstrebenden Nationen weitgehend unberührt gelassen. Investierten die Industrieländer zur Jahrtausendwende noch viermal so viel wie die Schwellenstaaten, werden diese 2012 gleichziehen, erwartet das IW weiter.

Brasilien, Russland, Indien und China sind für die Deutschen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Die Exporte in diese Länder verdoppelten sich zwischen 2005 und 2010, während die Gesamtausfuhren in diesem Zeitraum nur um ein Viertel zulegten. Heute geht insgesamt ein Zehntel des Exports in die Bric-Länder, das meiste nach China. Die USA haben an Bedeutung verloren: Dorthin verkauften deutsche Firmen 2010 Waren für 66 Milliarden Euro, die Bric-Staaten kauften Produkte für 100 Milliarden.  Der Produktmix der Deutschen sei sehr gefragt: Maschinen, Autos, Elektrowaren sowie Chemieprodukte machten 83 Prozent des Exportvolumens aus. Die Bundesrepublik sei „der Ausrüster der Welt“, bestätigte Hüther. brö

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