Wirtschaft : General Motors stellt sich quer Amerikaner erschweren Saab-Verkauf nach China

Foto: dapd

Detroit/Hamburg - Der rettende Verkauf des krisengeschüttelten schwedischen Autobauers Saab nach China gerät ins Wanken. Der ehemalige Saab-Mutterkonzern General Motors macht Druck, um zu verhindern, dass ihre Technik in die Hände der aufstrebenden chinesischen Konkurrenz fällt. „GM wird die bestehenden Technologie-Lizenzen nicht verlängern und die Belieferung mit Autos des Typs 9-4X an Saab einstellen, sollten sich die Besitzverhältnisse wie geplant ändern“, erklärte ein GM-Sprecher am Montag auf Anfrage. GM könnte sich in einem solchen Falle lediglich vorstellen, unter bestimmten Bedingungen einzelne Teile an Saab zu liefern, etwa Antriebe.

Der Widerstand aus Detroit ist ein schwerer Schlag in dem Bemühen, Saab vor dem Untergang zu bewahren. Der Autohersteller Youngman und das Großhandelsunternehmen Pang Da aus China hatten eine Absichtserklärung für den Kauf der schwedischen Traditionsmarke unterzeichnet und wollen Millionen investieren, damit die seit April ruhende Produktion im Stammwerk Trollhättan wieder anlaufen kann.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Saab wollte sich zunächst nicht äußern. Ein Autor der schwedischen Tageszeitung „Svenska Dagbladet“ zitierte aber Saab-Chef Victor Muller, der ihm eine Textnachricht geschrieben habe mit dem Inhalt: „Jetzt müssen wir ans Reißbrett zurückkehren.“ GM hatte Saab Anfang 2010 an den kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars mit Muller an der Spitze verkauft. Doch auch die neuen Herren im Hause bekamen die Probleme bei der Kultmarke nicht in den Griff und es drohte die endgültige Pleite. Die Kaufinteressenten aus China erschienen als Retter in letzter Minute. Doch GM hat noch ein Wörtchen mitzureden, weil die Modelle der Schweden auf amerikanischer Technik fußen.

Derweil gab GM bekannt, dass Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke im amerikanischen Mutterkonzern aufsteigt. Der 55-jährige Manager wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2012 zum Nachfolger von Nick Reilly als Europa-Präsident berufen, wie der Konzern am Montag bekanntgab. Er bleibe aber Vorstandschef von Opel. Der 61-jährige Reilly, der zuvor Opel saniert hatte, geht nach 37 Jahren in verschiedenen Führungspositionen bei dem Autobauer in den Ruhestand. dpa/rtr

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