Generali hält an Fitness-App fest : Umstrittene App soll Fitness und Ernährung überwachen

Der Krankenversicherer Generali will trotz harscher Kritik 2016 eine App auf den Markt bringen, die Fitness und Ernährung der Versicherten überwacht. Wer gesund lebt, soll weniger zahlen.

Ende der Solidarität oder Anfang einer gerechteren Beitragsbemessung?
Ende der Solidarität oder Anfang einer gerechteren Beitragsbemessung?Foto: Marius Becker/dpa

Trotz scharfer Kritik von Daten- und Verbraucherschützern hält die Versicherungsgruppe Generali an ihren Plänen fest, Krankenversicherte durch spezielle Handy-Programme zu überwachen und ihnen als Belohnung für eine gesunde Lebensführung Rabatte zu gewähren. "Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Halbjahr 2016 mit ersten Produkten auf den Markt kommen", sagte eine Sprecherin der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Im Geschäftsbericht für 2014 hatte Generali noch einen Start für Ende 2015 angepeilt.

Ende der Solidarität oder Anfang einer gerechteren Beitragsbemessung?

Generali hatte im vergangenen November angekündigt, für Deutschland ein "verhaltensbasiertes Versicherungsmodell" zu planen, bei dem Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil über eine spezielle Smartphone-App gesammelt werden. Die Versicherungsgruppe löste damit einen Proteststurm aus. Kritiker sorgen sich unter anderem um den Datenschutz. Die Konzernsprecherin bekräftigte nun, Datenschutz und Transparenz hätten "höchste Priorität". Doch solle die öffentliche Diskussion "nicht nur risiko-, sondern auch chancenorientiert geführt werden". Der private Krankenversicherer Allianz hatte vergangene Woche die Einführung einer Fitness-App abgelehnt. "So verlockend das für manchen klingen mag, so falsch ist der Ansatz", schrieb die Chefin der Allianz-Krankenversicherung, Birgit König, in einem Beitrag für die "Wirtschaftswoche". Sie kritisierte auch die damit verbundene Datenerhebung von den Kunden als unverhältnismäßig.


8 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben