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Geschäft mit Zügen : Bombardier sieht möglichen Alstom-Siemens-Deal gelassen

Der weltgrößte Zughersteller sieht ein mögliches Zusammengehen der zwei großen Konkurrenten gelassen. Bei einer weiteren Konsolidierung der Branche "werden wir eher kaufen als verkaufen", sagt der Chef der Zugsparte, Lutz Bertling.

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Der weltgrößte Zughersteller Bombardier sieht sich durch ein mögliches Zusammengehen von Siemens und Alstom im Bahn-Bereich nicht bedroht. „Ich bezweifle, dass ein neues Unternehmen wesentlich stärker würde“, sagte der Chef der Zugsparte, Lutz Bertling, dem „Tagesspiegel“. Es müsste ja aus Kartellgründen Aktivitäten verkaufen. „Angesichts unserer Größe würde uns ein fusioniertes Bahn-Unternehmen Siemens/Alstom nicht schockieren.“ Die Konzentration in der Branche müsse noch deutlich stärker werden, damit die Preise beeinflusst würden. „Dennoch gibt es einzelne Segmente wie zum Beispiel Hochgeschwindigkeitszüge, bei denen eine bedenkliche Situation entstünde“, fügte er hinzu. Auch Bombardier erwägt in diesem Zusammenhang weitere Zukäufe. „Wenn es über Alstom hinaus eine weitere Konsolidierung in der Branche geben sollte, werden wir eher kaufen als verkaufen, ganz klar“, befand Bertling weiter.

 Auch jenseits der Schiene sieht Bertling, der das Unternehmen seit 2013 leitet, große Möglichkeiten – bei Fahrzeugen mit induktiver, kabelloser Stromversorgung. „Ich sehe da ein sehr erhebliches Potenzial: neben dem Bus auch bei Straßenbahnen, Pkws und Transportern.“ Derzeit werden Elektro-Busse mit induktiver Stromversorgung in Braunschweig getestet. Für die Produktion einer solchen Technik würde man sich in der Nähe großer Kunden ansiedeln. „Wir verhandeln mit der Industrie bereits über konkrete Vorhaben.“

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