Geschäftsideen von Studenten : Spaß mit dem Alter

Berliner Studenten zeigen ihre Geschäftsideen und die FU prämiert die Gewinner.

Luca Spinelli
Prostpreis.Die vier Studenten freuen sich über den dritten Platz des Gründerwettbewerbs. 500 Euro gibt es für die Bierfreunde. Foto: Diana Beppler/Wirtschaftsjunioren Berlin
Prostpreis.Die vier Studenten freuen sich über den dritten Platz des Gründerwettbewerbs. 500 Euro gibt es für die Bierfreunde.Foto: Diana Beppler/Wirtschaftsjunioren Berlin

„Lug und Betrug im Altersheim“. Was sich wie ein Pflegeskandal anhört, ist in Wahrheit der Titel eines Kartenspiels. Vier Studenten haben das Gesellschaftsspiel für Jung und Alt entworfen und dazu die Firma Lubia Games gegründet. Die Idee ist kurios: Die Spieler sind Bewohner eines Altenheims und versuchen diesem auf amüsante Weise zu entfliehen. Dabei kommen ihnen die Kleptomanie der anderen Bewohner und ihre eigene Vergesslichkeit in die Quere. Das Spiel ist der Versuch, mit Humor für ein ernstes Problem zu sensibilisieren. Rund zehn Euro kostet ein Kartensatz, ein Euro des Preises geht an die Berliner Alzheimer Gesellschaft, die Partner des Projekts ist. Bislang konnten 120 Kartenspiele verkauft werden.

Mit dieser ungewöhnlichen Idee und ihrem sozialen Engagement begeisterten die jungen Gründer auf dem 14. „Funpreneur-Wettbewerb“ die Juroren. Die Freie Universität Berlin organisierte den jährlich stattfindenden Wettbewerb, gefördert von der IHK und der Berliner Bank. Der Kanzler der FU, Peter Lange, ermunterte die Studenten bei der Preisverleihung, keine Angst vorm Scheitern zu haben: „Nutzt die Chance, euch auszuprobieren, auch wenn es nicht immer gleich zu 300 Prozent funktioniert.“

Fünf Euro Kapital und fünf Wochen Zeit erhielten die Jungunternehmer, um aus einer Idee ein Geschäft zu entwickeln und es als Produkt oder Dienstleistung auf den Markt zu bringen. Kompaktkurse in Marketing, Vertrieb und Recht gaben den Studenten das notwendige Wissen, ein Wirtschaftspate unterstützte den Gründungsprozess. „Am schwierigsten war die Kundenakquise. Verhandlungsgespräche zu führen war eine komplett neue Erfahrung für uns“, sagte Tobias Veßberg. Zusammen mit seinem Partner ließ er das bürgerliche Gesetzbuch im Kleinformat produzieren, um es als Lernmittel an Jura-Studenten und als Werbemittel an Kanzleien zu verkaufen.

Kunstwerke auf Lampen, Kunst aus alten Stoffbeuteln und individuelle Führungen durch Berlins Galerien – die Studenten zeigten sich kreativ und vielseitig. Das Team von uGuide kümmerte sich mit ausgefallenen Stadtrundgängen um junge Touristen, und Think Green mit ökologischem Marketing um grüne Unternehmen. 26 Teams bewiesen den notwendigen Durchhaltewillen, von der Idee bis zur Markteinführung.

Bei so einer breiten Palette an Geschäftsideen war es für die Jury schwer, sich auf die besten drei festlegen zu müssen. Die Kartenspielentwickler von Lubio Games freuten sich über den ersten Platz und 1200 Euro Preisgeld. Auf dem zweiten Platz folgte das Team von Cycletag. 800 Euro gab es für die Studenten, die mit individuellen Namensaufklebern für Radfahrer punkteten. Der dritte Platz ging an die Studenten von Bierpionier, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, lokale Biersorten in Berliner Haushalte zu bringen. Bei Brauereien ohne Abfüllanlage zapfen die vier Studenten das Bier direkt in ihre Flaschen und verkaufen es als Überraschungskorb an Bierliebhaber. Ein Preisgeld von 500 Euro gab es für die Bierpioniere. Luca Spinelli

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