Griechenland und seine Schulden : Varoufakis erwartet baldige Einigung mit den Geldgebern

Optimistisch erscheint der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis am Montag in Brüssel. Dort erwarten die Euro-Finanzminister konkrete Fortschritte des Athener Reformprogramms.

Yanis Varoufakis am Montag nach seiner Ankunft in Brüssel.
Yanis Varoufakis am Montag nach seiner Ankunft in Brüssel.Foto: AFP/John Thys

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis erwartet eine baldige Einigung mit den Geldgebern über die verlangten Reformen. Es gebe bei den Positionen durchaus Gemeinsamkeiten, sagte Varoufakis am Montag vor dem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den Euro-Ländern in Brüssel. Auf die Frage, an welchen Zeithorizont er denke, antwortete der Minister: „In den nächsten Tagen, denke ich.“ Varoufakis zeigte sich zuversichtlich, dass es „ein gutes Treffen“ werde, an dessen Ende „wir ein Kommuniqué haben werden, das den von uns gemachten Fortschritt feststellt.“ Auf die Frage, was er von der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarte, sagte Varoufakis: „Dass sie ihren Job macht. Genau so wie wir unseren Job machen. Jeder in der Eurozone sollte seinen Job machen.“

Einigung schon am Montag unwahrscheinlich

Trotz Fortschritten hält Varoufakis eine Einigung mit den Geldgebern seines Landes schon am Montag für unwahrscheinlich. Es sei zwar nicht ausgeschlossen, sagte der Minister dem Hörfunksender Sto Kokkino. Er betonte aber: “Die Botschaft, die wir bekommen, ist, dass es schwierig wird.“ Seit Monaten wird über Reformen gestritten, die die Euro-Länder und der IWF von der Regierung in Athen als Gegenleistung für weitere Finanzhilfen verlangen. Die griechische Regierung ist in akuten Finanznöten und dringend auf weitere Kredite der Geldgeber angewiesen. Konkret geht es um 7,2 Milliarden Euro aus dem Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramm. Die Euro-Finanzminister wollen bei dem Treffen Fortschritte in den Verhandlungen um das griechische Reformpaket bewerten.

Griechen wollen IWF-Kredit zurückzahlen

Athen räumte derweil Zweifel aus dem Weg, die Regierung könnte die am Dienstag anstehende Schuldenrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht leisten. Griechenland wolle alle seine Verpflichtungen erfüllen, sagte der griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis am Montag in Athen. Er reagierte damit auf die Frage, ob Griechenland an diesem Dienstag eine Tilgungszahlung an den IWF in Höhe von 756 Millionen Euro leisten werde.
„Die griechische Regierung hat die Verantwortung, alle ihre Verpflichtungen sowohl im In- als auch im Ausland zu erfüllen“, sagte Sakellaridis. Zuvor waren in der griechischen Presse Spekulationen mit Berufung auf Regierungskreise wiedergegeben worden, Griechenland könnte am Dienstag die Tilgungstranche an den IWF nicht überweisen. (dpa/rtr)

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