HEIK AFHELDT trifft … : Alexandra Kiesel Modemacherin

Alexandra Kiesel,
Alexandra Kiesel,Foto: picture alliance / dpa

Die Berliner Fashion Week ist vorbei, die Kleiderständer sind eingepackt, die Models wieder abgereist. Aber für die junge Alexandra Kiesel hat sich die Welt verändert. Sie schwebt seit Tagen wie auf Wolken. Plötzlich wollen alle etwas von ihr, Interviews und Fotos. „Bild“, die „Bunte“ oder die „Süddeutsche“. Was ist passiert? Gewonnen hat die junge Mode-Designerin und Absolventin der Kunsthochschule Weißensee den „Designer for Tomorrow Award“ einer bekannten Bekleidungsfirma für ihre Kollektion „Baukasten Individualisten 12/6/24“. Geadelt ist diese Auszeichnung durch den New Yorker Juryvorsitzenden Marc Jacobs, eine Ikone im Reich der Mode. Über hundert junge Talente hatten auf den Preis gehofft, sie hat ihn gewonnen.

Für Alexandra Kiesel heißt das sechs Monate ein veritables „Gehalt“, eine eigene gut finanzierte Show im Januar am Brandenburger Tor und natürlich viel Publicity. Das dürfte der hübschen Frau aus Sachsen mit einem Kopf, der ein wenig an Nofretete erinnert, ihren Einstieg ins Modegeschäft kräftig erleichtern. Das träumt sie schon lange: ein eigenes Label – gerne auch mit ähnlich initiativen Partnern. Berlin, Wien oder Hamburg könnte die künftige Gründerin sich als anregende Standorte vorstellen. In Wien hat sie ein Semester Bildhauerei studiert.

Begonnen hatte ihr Studium nach dem Abitur in Leipzig: Zwei Semester Philosophie und Geschichte als Warteschleife, bis dort ein Platz für eine Schneiderlehre gefunden war. Entwerfen und Nähen hatte sie schon zu Hause bei Mutter und Oma lieben gelernt. In dem kleinen sächsischen Dorf hat man sie damals als „aufgewecktes, fröhliches Ding“ und „bunten Vogel“ bezeichnet, verrät sie schmunzelnd. Das kann man heute noch.

Auch ihre Kleider fallen durch ihre mutige Farbigkeit und die Freude an Geometrie auf. Sie verraten, wie gerne sie im Studium mit Grafikern und Bildhauern zusammengearbeitet hat. Ihre „Baukästen“ sind auch für die digitale Welt des Internets gedacht und gemacht. Aber mit ihren Füßen bleibt sie auf der Erde. In dieser Woche hat sie in der Deutschen Oper ausgeholfen. Fit für die neuen Herausforderungen hält sie sich mit Schwimmen und brasilianischem Kampftanz.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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