Wirtschaft : Hohe Risiken bei Hypo Real Estate

Krisenstaaten schulden der Staatsbank viel Geld

Berlin – Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ist mit enormen Summen in besonders hoch verschuldeten Euro-Ländern engagiert. Das teilte das Münchner Institut am Freitag mit. Die sogenannten PIIGS-Staaten – Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien – schulden der 2008 in der Finanzkrise verstaatlichten HRE zusammen 39,2 Milliarden Euro. Dazu kommen Kredite für Kommunen und staatliche Institutionen dieser Länder in Höhe von rund 41 Milliarden Euro.

Nach vorliegenden Daten ist das Institut damit am stärksten von allen deutschen Banken in den PIIGS-Staaten involviert: Die Commerzbank, die zu 25 Prozent dem Bund gehört, hält Staatsanleihen und Papiere von Banken der fünf Länder in Höhe von 26,5 Milliarden Euro. Die Postbank kommt auf rund 7,6 Milliarden Euro.

Für die HRE ist das hohe Engagement in den PIIGS-Staaten besonders pikant, denn bei einem Konkurs bliebe der Bund auf den Ausfällen sitzen. „Bisher ist keiner der PIIGS-Staaten in Gefahr“, beruhigte Konrad Becker, Analyst bei Merck Fink. Derzeit werde alles getan, um einen Konkurs Griechenlands zu verhindern. „Sollte es aber dazu kommen, muss der Steuerzahler alle Verluste tragen“, sagte Becker. Allein Griechenland schuldet der HRE 7,8 Milliarden Euro.

Die deutschen Banken bekräftigten am Freitag, dass sie sich bis Mai 2013 nicht aus dem Griechenland-Geschäft zurückziehen wollen. Ihren freiwilligen Beitrag durch Kreditlinien und Anleihen bezifferten Banken und Versicherer auf rund acht Milliarden Euro. Bislang beteiligen sich Unternehmen, die vor wenigen Tagen an einem Spitzengespräch mit Finanzminister Wolfgang Schäuble teilgenommen hatten, darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie die Versicherer Allianz und Münchener Rück. jmi mit rtr

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