HP-Geschäftsführer Smid im Gespräch : Hewlett Packard stellt in Deutschland ein

Der weltgrößte PC-Hersteller hatte viel zu tun, das Hin und Her bei der Strategie zu erklären. Das habe dem Geschäft hierzulande nicht geschadet, sagt der Deutschlandchef.

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Foto: Kai-Uwe Heinrich
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Der große Wirbel um die strategische Neuausrichtung und eine mögliche Trennung vom PC-Geschäft hat dem Computerkonzern HP (Hewlett Packard) in Deutschland kaum geschadet. „Ich hatte viel Arbeit, die Wellenbewegungen in der Zentrale unseren Kunden hier zu erklären“, sagte HP-Deutschlandchef Volker Smid im Gespräch mit dem Tagesspiegel. „Wir dachten, wir könnten im besten Fall unser Geschäft halten. Tatsächlich haben wir es ausgebaut.“ So sei der Marktanteil bei Computern hierzulande in der zweiten Jahreshälfte gestiegen. „Wir hatten ein erfolgreiches Geschäftsjahr in Deutschland“, sagte Smid.

HP ist nach wie vor der größte PC-Hersteller der Welt. Nach den Zahlen des US-Marktforschers Gartner verkaufte HP im vergangenen Jahr mehr als 60 Millionen Computer und kam so auf einen Marktanteil von 17,2 Prozent. Vergangenen Sommer sorgte die Ankündigung des damaligen HP-Konzernchefs Léo Apotheker, das Computergeschäft auf den Prüfstand zu stellen, für große Verunsicherung und einen Absturz des Börsenkurses. Der ehemalige SAP-Chef musste nach nur elf Monaten im Amt seinen Posten räumen. Seit Mitte September führt die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman das Unternehmen. Im Oktober kam die klare Ansage: HP behält sein PC-Geschäft. HP ist auch in Deutschland weiterhin Marktführer in diesem Bereich. Dies beruht hierzulande vor allem auf dem starken Firmenkunden- und Behördengeschäft. In diesen Bereichen liegt der Marktanteil von HP nach eigenen Angaben bei 25 Prozent.

„Es ist ganz normal, wenn man sein Portfolio überprüft“, erläuterte Smid. „Aber es gab Fehler in der Kommunikation“, räumte er ein. Darüber hinaus sei es HP nicht gelungen, neben Googles Betriebssystem Android und Apples iOS eine dritte Plattform für mobile Dienste zu etablieren. Zu diesem Zweck hatte HP im April 2010 den Smartphone-Pionier Palm übernommen. Die Plattform von Palm soll nun nicht mehr allein von HP, sondern als offene Plattform weiterentwickelt werden.

Genaue Zahlen zum Geschäft in Deutschland nennt HP nicht. Derzeit beschäftigt das Unternehmen hierzulande gut 10 500 Mitarbeiter. „Wir bauen Mitarbeiter auf“, sagte Smid. „Derzeit haben wir 300 offene Stellen.“ Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter sei im Service tätig. Dieses Geschäftsfeld werde immer wichtiger. „Unsere Kunden können viel Geld sparen, wenn sie uns den Betrieb und den Service überlassen“, sagte Smid. „Wobei unsere Stärke darin liegt, dass wir bei unserem Serviceangebot die Geräte gleich mitliefern können.“

Auf der Computermesse Cebit, die Anfang März in Hannover stattfindet, will HP zum ersten Mal zeigen, wie sich das Unternehmen maßgeschneiderte IT- Dienstleistungen vor allem für mittelständische Unternehmen vorstellt. Dabei wird ein Teil der Rechenleistung von den Rechenzentren von HP zur Verfügung gestellt und der Kunde ruft ab und bezahlt nur das, was er tatsächlich benötigt (Cloud-Computing). Ein anderer Teil der Dienste wiederum wird beim Kunden vor Ort installiert. So entsteht ein Netz (Grid) auf Basis einer standardisierten Infrastruktur- und Service-Plattform, die nach Bedarf erweiterbar ist. „Dies eröffnet neue Geschäftsmodelle für Partner und für mittelständische Unternehmen“, sagte Smid.

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