Immobilien : Trump und seine gescheiterten Pläne in Deutschland

Um die Jahrtausendwende wollte der künftige US-Präsident auch in Deutschland mehrere Wolkenkratzer bauen. Auch am Alexanderplatz sollte ein Trump Tower entstehen. Warum kam es nie dazu?

von
Wolkenkratzer wie diesen in Chicago wollte Donald Trump auch in Deutschland errichten.
Wolkenkratzer wie diesen in Chicago wollte Donald Trump auch in Deutschland errichten.Foto: Nova Safo, AFP

Donald Trump schielte nicht nur auf Frankfurt, das Bankenzentrum mit den meisten Wolkenkratzern in Deutschland. Auch Berlin und Stuttgart hatte der künftige US-Präsident Anfang des Jahrtausends im Auge. Er gründete gemeinsam mit der Hamburger Klinik-Kette Marseille-Kliniken die TD Trump Deutschland AG mit Sitz in Berlin. Die wollte gleiche mehrere Trump Tower bauen.

In „Mainhattan“ hatte der Mann aus Manhattan den geplanten Millennium-Tower im Blick: Fast 370 Meter hoch, 97. Etagen mit Büros und Wohnungen - es sollte der höchste Wohnturm in Europa werden. Was sonst. Frankfurts damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) besuchte Trump im Jahr 2000 in New York, der kam wenige Monate später ins Rathaus an den Frankfurter Römer.

Berliner Pläne für Trump zu niedrig

Über eine Milliarde sollte investiert werden. 2006 oder 2007 sollte alles fertig sein. Der Haken: Trump wollte dem Vernehmen nach am Main bauen, die Stadt hatte aber (und hat immer noch) das neue Europaviertel im Westen fernab des Flusses vorgesehen. Für Trump war das offenbar keine Option. Also ließ er die Hände weg von Frankfurt und schaute nach Berlin.

Dort machten sich seine Leute im September 2000 auf die Suche nach einem Standort, 2002 sollte mit dem Bau begonnen werden. Es wurde auch in der Hauptstadt nichts: Der Turm am Alexanderplatz sollte 150 Meter werden. Zu niedrig für Trump, mindestens 200 Meter hätten es sein sollen.

Schließlich lenkte die TD Trump AG den Blick nach Stuttgart. 220 Meter hoch sollte dort der Trump Tower werden, 50 Etagen, 250 Millionen Euro teuer. 2001 wurde das Projekt mit großem Pomp vorgestellt - ohne Trump, der nie in Stuttgart war.

Anfang 2003 entschied sich der Gemeinderat doch gegen das damals höchste Gebäude in Süddeutschland. Städtebaulich passe der Turm nicht, außerdem fehlten gesicherte Zusagen der Investoren. Man hatte Angst, dass letztlich eine Bauruine Stuttgart überragen würde. Seitdem lässt Trump Deutschland links liegen. Die TD Trump AG wurde schon im März 2007 aufgelöst.

Autor

4 Kommentare

Neuester Kommentar