Immobilien : Große Filets ausverkauft

Harald G. Huth erwirbt 10 000-qm-Areal in Mitte.

Barbara Kerbel/Klaus D. Voss
Nummer 125. In die denkmalgeschützte Fassade müssen Arkden eingebaut werden – so wie im Haus rechts. Foto: A. Praefcke
Nummer 125. In die denkmalgeschützte Fassade müssen Arkden eingebaut werden – so wie im Haus rechts. Foto: A. Praefcke

Das Geschäft ist einer der letzten großen Immobiliendeals in Berlins zentraler Mitte: Der Berliner Investor Harald G. Huth hat das gut 10 000 Quadratmeter umfassende Areal zwischen Leipziger Straße 125, Wilhelmstraße 95/96 und Voßstraße 34/35 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft. Ende April hatte die Bima den Vertragsabschluss gemeldet, an diesem Mittwoch stand das Geschäft im Haushaltsausschuss des Bundestags auf der Tagesordnung. Über den Kaufpreis herrscht Stillschweigen. 25 Millionen Euro hatte die Bima im Exposé als Mindestpreis gefordert; in der Tagesordnung des Haushaltsausschusses ist nun von einem „vollen Wert über 15 Millionen Euro“ die Rede.

Mit dem Kauf vergrößert Huth sein Reich am Leipziger Platz. Die Fläche liegt in direkter Nähe zum Wertheim-Areal, auf dem Huth derzeit ein Shoppingcenter mit 50 000 Quadratmetern Verkaufsfläche, Wohnungen und ein Hotel baut. Bis Ende 2013 soll der Komplex fertig sein – und gleich um weitere rund 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche wachsen: Auch zwischen Leipziger-, Wilhelm- und Voßstraße sollen Geschäfte, Büros und Wohnungen entstehen. Eine detaillierte Planung gibt es derzeit allerdings noch nicht.

Das Schmuckstück des Grundstücks ist die 22 Meter breite Gebäudefront an der Leipziger Straße 125, gegenüber dem Bundesfinanzministerium. Sie gehört zum 1894 errichteten ehemaligen Preußischen Ministerium – hier war erst das Ministerium für öffentliche Arbeiten, von 1937 an dann das Reichsverkehrsministerium untergebracht. Das Haus, das seit 18 Jahren leer steht und durch Vandalismus und Nässe beschädigt ist, steht unter Denkmalschutz. Alle anderen Bauten auf dem Areal können abgerissen werden. Es ist ohnehin nicht mehr viel übrig.  Zu DDR-Zeiten wurden die Gebäude oberirdisch abgetragen, die Keller mit Schutt gefüllt.

Darunter liegt, hinter dem Ministeriumsbau und längs zur Wilhelmstraße, eine weitere historische Hinterlassenschaft: ein in den 1940er-Jahren errichteter Luftschutzbunker mit einer mehr als drei Meter dicken Betondecke. Der soll künftig einer Tiefgarage Platz machen.

Nicht nur deshalb gilt die Neugestaltung des Areals als ehrgeiziges Projekt. Denn zudem muss der vom Senat 2006 festgelegte Bebauungsplan berücksichtigt werden. Dieser sieht, neben einem Anteil von 30 Prozent Wohnungen, auch die Arkadierung des Gehwegsbereichs an der Leipziger Straße vor. Das bedeutet: In die Fassade des Preußischen Ministeriums muss ein Arkadengang eingebaut werden – wie es in den angrenzenden Gebäuden schon realisiert wurde. Das macht die Sanierung zur Herausforderung. Barbara Kerbel/Klaus D. Voss

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