Rocket Internet zieht um : GSW-Gebäude wird zum Rocket-Tower

Internet-Konzern Rocket will 2016 nach Kreuzberg ziehen. In Sichtweite des Checkpoint Charlie wird laut Firmenangaben mit dem "Rocket Tower" Europas größter Start-up-Campus entstehen.

Sebastian Meyer
Soll bald „Rocket Tower“ heißen: Das GSW-Gebäude.
Soll bald „Rocket Tower“ heißen: Das GSW-Gebäude.Foto: M. Ciechanowski/GSW

Die Expansion der Start-up-Schmiede Rocket Internet findet bald auch ihren baulichen Ausdruck. Weil der bisherige Standort in der Johannisstraße 20 in Berlin-Mitte aus allen Nähten platzt, will das Internetunternehmen sein Hauptquartier 2016 in das GSW-Hochhaus in der Kreuzberger Charlottenstraße 4 verlegen. In zwei verbundenen Gebäuden und in Sichtweite des Checkpoint Charlie wird laut Firmenangaben mit dem „Rocket Tower“ Europas größter Start-up-Campus entstehen.

Er soll auf mehr als 22 000 Quadratmetern Mitarbeiter aller Unternehmensbereiche sowie Start-ups aus dem globalen Rocket-Netzwerk zusammenführen. „Um einen tollen Wissensaustausch zu gestalten, ist es gut, alle Leute vor Ort zu haben“, sagte ein Firmensprecher dem Tagesspiegel.

Ihm zufolge sei das GSW-Gebäude wegen seiner zentralen Lage und der Nähe zu Firmen wie Springer oder der dpa für Rocket besonders attraktiv. „Das ist ein spannender Ort. Vielleicht wird die Charlottenstraße ja mal ein Pendant zum Start-up-Zentrum Factory Berlin.“ Mit dem Umzug des Internet-Imperiums der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer sind laut Firmensprecher umfangreiche Umbaumaßnahmen in Höhe von mehreren Millionen Euro verbunden. Der Umbau soll Anfang 2016 beginnen und Ende 2016 abgeschlossen sein.

Das 1999 nach Plänen des Architektenbüros Sauerbruch Hutton fertiggestellte GSW-Hochhaus steht auf dem Grundstück des ehemaligen Ullstein-Komplexes im Berliner Zeitungsviertel. Verwaltet wird das 81,5 Meter hohe Hauptgebäude mit den markanten roten Jalousien von der J. P. Morgan Asset Management. Es dient unter anderem der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin (GSW) als Sitz. Deren Mitarbeiter sollen nach Angaben eines Firmensprechers ausziehen und auf die Standorte des Mutterkonzerns Deutsche Wohnen AG aufgeteilt werden.

Rocket Internet entwickelt Internetunternehmen. Im Fokus stehen Online-Handel, Lebensmittellieferungen und Dienstleistungen. Mit dem Börsengang im Herbst 2014 und einer anschließenden Kapitalerhöhung hat der Konzern rund 2,2 Milliarden Euro eingeworben.

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