Immobiliendeal : Benko reicht Karstadt-Häuser weiter

Karstadt-Eigner Rene Benko gibt 20 Karstadt-Immobilien aus der Hand. Das KaDeWe und die Berliner Filiale am Ku'damm behält er.

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René Benko trennt sich von 20 Karstadt-Immobilien.
René Benko trennt sich von 20 Karstadt-Immobilien.Foto: p-a/dpa

Karstadt-Eigentümer René Benko reicht einen Teil der Karstadt-Immobilien weiter. Sein israelischer Geschäftspartner Beny Steinmetz soll 20 klassische Warenhäuser in verschiedenen deutschen Städten übernehmen, bestätigte Benkos Gesellschaft, die österreichische Signa- Gruppe, am Freitag. Bislang sind die Häuser im Besitz einer gemeinsamen Holding. Jetzt trennen sich die Wege von Benko und Steinmetz, der vor allem als Diamantenhändler bekannt ist. Benko wolle die Immobilien aber langfristig mieten, um darin die Geschäfte der Warenhauskette weiterzubetreiben, heißt es.

Hohe Mieten haben Karstadt in der Vergangenheit belastet

Bei Verdi blickt man dennoch mit Sorge auf die Entwicklung. „In der Vergangenheit waren überhöhte Mieten ein Hebel, um das Karstadt-Geschäft zu belasten“, sagte Sprecherin Eva Völpel dem Tagesspiegel. Karstadt hat in den zurückliegenden Jahren Millionenverluste erwirtschaftet und will in diesem Jahr sechs defizitäre Filialen schließen.

Das KaDeWe bleibt in Benkos Hand.
Das KaDeWe bleibt in Benkos Hand.Foto: dpa

Die Signa-Gruppe behält den Angaben nach die Immobilien der drei Nobelhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München. Auch die Karstadt-Häuser am Kurfürstendamm und in der Stuttgarter Fußgängerzone bleiben in Benkos Hand. Letzter Standort gehört jedoch zu denen, die abgewickelt werden sollen. Signa hatte bereits erklärt, dass Filialisten großes Interesse an der Innenstadtlage haben dürften. Die übrigen Gebäude, in denen Karstadt untergebracht ist, gehören unterschiedlichen Eignern wie Versicherungen und Immobilienfonds.

Auch Middelhoff trennte sich seinerzeit von den Immobilien

René Benko hatte das Warenhausgeschäft des Traditionskonzerns im vergangenen August zum symbolischen Preis von einem Euro vom Milliardär Nicolas Berggruen übernommen.

Bereits Thomas Middelhoff hatte in seiner Zeit als Chef des Arcandor-Konzerns Karstadt-Immobilien abgegeben, um dafür anschließend Miete zu zahlen. Dieser Schritt wurde ihm später als schwerwiegender Fehler angelastet.

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