Wirtschaft : Kaum Arbeitskräfte aus Osteuropa

Erste Bilanz nach zehn Wochen Freizügigkeit

Nürnberg - Rund zweieinhalb Monate nach der Öffnung der deutschen Grenze für Arbeitskräfte aus acht europäischen Staaten ist klar, dass der große Ansturm der Osteuropäer auf Deutschland vorerst ausgeblieben ist. Nur vergleichsweise wenige Menschen aus Polen, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Ungarn sowie der Slowakischen und Tschechischen Republik haben seit dem 1. Mai ihr Glück in Deutschland gesucht.

Nach den jüngsten Zahlen des Nürnberger Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wanderten im Juni lediglich 7342 Menschen aus den acht Ländern nach Deutschland ein. Im Mai – nach Inkrafttreten der Freizügigkeitsregelung – waren es 10 324 Menschen, meldet das Bundesamt. Doch auch vor der Freizügigkeitsregelung waren Monat für Monat zwischen 4500 und 6500 Menschen aus den acht Ländern nach Deutschland eingewandert.

Beim Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt man sich ernüchtert über das geringe Interesse osteuropäischer Fachkräfte an einem Arbeitsplatz in Deutschland. Allerdings sei es zu früh für abschließende Einschätzungen. „Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, kommen wir in diesem Jahr allenfalls auf eine Zuwanderung aus den acht Freizügigkeitsstaaten zwischen 90 000 und 100 000 Menschen“, schätzt IAB-Migrationsexperte Herbert Brücker. Ziehe man die Osteuropäer ab, die Deutschland wieder verließen, könne die Wirtschaft im laufenden Jahr allenfalls mit 60 000 bis 70 000 zusätzlichen Arbeitskräften aus Osteuropa rechnen. dpa

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