Körperpflege- und Haushaltsreinigungsmittel : Hersteller wehren sich gegen überzogene Kritik

Trotz stetiger Kritik an ihren Produkten verzeichnen die Hersteller von Körperpflege- und Haushaltsreinigungsprodukten steigende Umsätze.

Umsatzplus. Besonders viel Geld für die Deutschen für Pflegeprodukte für Haut und Haar aus.
Umsatzplus. Besonders viel Geld für die Deutschen für Pflegeprodukte für Haut und Haar aus.Foto: dpa

Die Hersteller von Körperpflege- und Haushaltreinigungsmitteln wehren sich gegen in ihren Augen „alarmistische Darstellungen vermeintlicher Gesundheitsgefahren“ ihrer Produkte. „Gut begründete Warnungen sind hilfreich und notwendig. Aber ständige Bedrohungsszenarien erreichen nur Desorientierung und damit das Gegenteil von Verbraucherschutz“, sagte Rüdiger Mittendorf, Vorsitzender des Branchenverbandes IKW am Dienstag in Frankfurt. Produkte kämen nur nach umfangreichen Tests und strengen Auflagen in den Handel und könnten ohne Bedenken verwendet werden. Die Geschäfte der Branche werden in diesem Jahr dadurch nicht beeinträchtigt, der Umsatz legt erneut deutlich zu.

 

Auch die Stiftung Warentest kritisiert überzogene Warnhinweise

Bei ihrer Kritik an überzogenen Gefahrhinweisen sieht die Branche auch die Stiftung Warentest auf ihrer Seite. Die hatte im Juli bemängelt, dass Hersteller selbst auf Handgeschirrspülmitteln jetzt Gefahrensymbole und Warnhinweise drucken müssten. Das sei überzogen und führe nur zur Verunsicherung. Die Mittel seien hautverträglich, die Abwasserbelastung gering.

 

Die Verbraucher lassen sich von übertriebenen Warnungen nicht verunsichern

Die Verbraucher lassen sich von den beklagten übertriebenen Warnungen offenbar nicht verunsichern. Für Schönheits- und Haushaltspflege-Produkte geben sie 2015 nach Angaben des IKW wieder mehr aus und bescheren der Branche ein Umsatzplus von 2,4 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Damit sei die Branche erneut ein Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft gewesen, sagt Mittendorf, der auch für 2016 mit einem Plus zwischen ein und zwei Prozent rechnet.

 

Das meiste Geld fließt in Shampoos, Kosmetika und Waschmittel

Allein mit Schönheitsmitteln werden im noch laufenden Jahr rund 13,4 Milliarden Euro umgesetzt, 300 Millionen mehr als 2014. Für Waschen, Reinigen und Putzen geben die Deutschen 2015 rund 4,5 Milliarden Euro aus, ein Plus von 100 Millionen. Deutschland ist damit nach Angaben des IKW weiter der größte Markt für Schönheits- und Haushaltspflegeprodukte in Europa. Die Deutschen geben pro Kopf allerdings nicht das meiste Geld für Shampoos, Kosmetika oder Waschmittel aus. Im Schnitt sind es in diesem Jahr 211 Euro. Das meiste legen die Briten mit umgerechnet 235 Euro auf den Tisch. 228 Euro sind bei den Franzosen, 226 bei den Österreichern, 221 bei den Schweden und 214 Euro bei den Italienern.

Haar- und Hautpflegeprodukte sind besonders gefragt 

Besonders gefragt sind hierzulande Haar- und Hautpflegeprodukte mit einem Umsatz von jeweils rund drei Milliarden Euro. Im Haushaltsbereich bringen Waschmittel mit 1,2 Milliarden Euro die größten Umsätze. Dabei gibt es auch durchaus kuriose Entwicklungen: Während der Umsatz mit Shampoos, Conditionern und Haarfärbemitteln nach Angaben des IKW stagniert, boomt das Geschäft mit WC-Steinen.

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