Kritik an GDL-Chef Claus Weselsky : Bahn warnt Gewerkschaft vor neuen Streiks

"So läuft das Tarifgeschäft nicht." - Zweimal hat die Lokomotivführergewerkschaft GDL in den vergangenen Wochen die Arbeit niedergelegt. Jetzt warnt Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber die Gewerkschaft vor neuen Streiks.

von
Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber: "So geht das Tarifgeschäft nicht"
Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber: "So geht das Tarifgeschäft nicht"Foto: Imago

Die Deutsche Bahn hat die Lokomotivführergewerkschaft GDL vor neuen Streiks gewarnt. „Langfristig stellt sich die GDL mit einer solchen Taktik ins Abseits“, sagte Personalvorstand Ulrich Weber dem Tagesspiegel. Die Gewerkschaft müsse „darüber nachdenken, ob ein derart scharfes Vorgehen angemessen ist“, appellierte er. Weber warf der GDL vor, „zu streiken, bevor überhaupt die Verhandlungen begonnen haben“. In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft zweimal die Arbeit niedergelegt. Nun plant sie eine Urabstimmung und erwägt auch längere Arbeitskämpfe. Sie fordert von der Bahn fünf Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeitverkürzung um zwei Stunden. Außerdem will sie nicht nur für Lokführer, sondern auch für das Zugpersonal Tarifverträge aushandeln.

„Warum die GDL gestreikt hat, hat wohl niemand verstanden“, sagte Weber. In beiden Fragen, beim Geld und bei der Zuständigkeit, habe der Staatskonzern längst reagiert. Die GDL werfe der Bahn Blockade vor, obwohl die sich intensiv um einen Dialog bemühe. „Wenn hier jemand initiativ war, dann wir, wenn jemand blockiert hat, ist es die GDL.“ Er kritisierte auch die Reaktion von GDL-Chef Claus Weselsky auf die Offerten der Bahn. „Unser Angebot beim Geld derart abzutun, wie es Herr Weselsky tut, das gehört sich nicht.“ Die Lage der Beschäftigten habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, unter anderem beim Einkommen und bei den Arbeitsbedingungen.

Weber: Bahn wird nicht mit juristischen Mitteln gegen Streiks vor

Weber forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Dieses Hin und Her, dass der eine ein Angebot macht und der andere stets ablehnt und mit Krawall droht, muss ein Ende haben. So läuft das Tarifgeschäft nicht.“ Die Gewerkschaft müsse nun sagen, wie sie sich das weitere Vorgehen vorstelle.

Weber versicherte, dass die Bahn anders als im Tarifstreit 2007/2008 nicht mit juristischen Mitteln gegen Streiks vorgehen wolle. „Das gehört nicht zu meinen Denkmustern.“ Bisher habe man sich immer verständigen können, „das wird auch dieses Mal so sein.“

 

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben