Lehman-Pleite : Einige Sparer könnten Gewinn machen

Das Ende von Lehman Brothers wird wohl für Banken und Anleger glimpflicher ausgehen als befürchtet.

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Große Wut. Viele Anleger fühlen sich von Lehman betrogen und zeigen das auch: Hier halten Demonstranten bei einer Zeugenaussage von Ex-Lehman-Chef Richard Fuld Plakate mit den Aufschriften Schande (Shame) und Gier (Greed) hoch. Foto: Reuters
Große Wut. Viele Anleger fühlen sich von Lehman betrogen und zeigen das auch: Hier halten Demonstranten bei einer Zeugenaussage...

Die Lehman-Pleite wird für deutsche Banken und Anleger wahrscheinlich glimpflicher ausgehen als erwartet. „Einige Sparer könnten sogar mit einem kleinen Gewinn aus der Sache herauskommen“, sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz, dem Tagesspiegel.

Das betrifft vor allem die Kunden der Targobank (Ex-Citibank), die Lehman- Zertifikate gekauft hatten. Die Bank hat den Anlegern im Rahmen eines mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen entwickelten Kulanzverfahrens bereits bis zu 80 Prozent ihrer Anlagesumme ersetzt. Anders als andere Institute hat die Bank seinerzeit darauf verzichtet, sich im Gegenzug die Ansprüche der Kunden gegen den Insolvenzverwalter abtreten zu lassen. Das heißt: Die Anleger können auch noch mit einer Ausschüttung aus der Insolvenzmasse rechnen. „Die Zertifikate sind nicht wertlos“, sagte Bernhard Freytag, Leiter der Vermögensberatung der Targobank.

Die Rückzahlungsquote aus dem Insolvenzverfahren dürfte bei 20 Prozent des angelegten Betrags liegen, glaubt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale, allerdings müsse jedes Zertifikat gesondert bewertet werden. Aktionärsschützer Jürgen Kurz hält sogar eine Erstattung von bis zu 30 Prozent für möglich. „Einige Kunden werden mehr zurückbekommen als sie eingezahlt haben“, sagte Targobank-Sprecher Peter Herkenhoff. Das seien aber Einzelfälle.

Für einige Anleger könnte der Lehman-Fall also doch noch ein glückliches Ende nehmen. Die US-Bank war im September 2008 im Zuge der Finanzkrise zusammengebrochen und hatte Insolvenz angemeldet. In Deutschland hatte die Pleite 40.000 bis 50.000 Anleger getroffen, die Zertifikate der Bank gekauft hatten. Diese schienen nach der Insolvenz praktisch wertlos zu sein. Viele Kunden hatten daraufhin versucht, die Banken wegen Falschberatung in die Haftung zu nehmen und so wenigstens einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen – mit wechselndem Erfolg. Parallel dazu hatten die Geldhäuser, die seinerzeit Lehman-Zertifikate verkauft hatten, unter dem Druck der Öffentlichkeit ihren Kunden Entschädigungen angeboten – auf Kulanzbasis.

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