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Mark Zuckerberg besucht Berlin : Facebook-Chef sammelt Fragen - und "Likes"

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will in Berlin mit Nutzern diskutieren. Jetzt sammelt er Fragen - viele drehen sich um das Thema Hass und Hetze im Netz.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg will am 26. Februar in Berlin mit Nutzern diskutieren. Dabei dürfte es auch um Hasskommentare gehen.
Facebook-Chef Mark Zuckerberg will am 26. Februar in Berlin mit Nutzern diskutieren. Dabei dürfte es auch um Hasskommentare gehen.Foto: dpa

Am 26. Februar will sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg in Berlin mit Nutzern treffen.  "Ich kann es kaum erwarten, wieder einmal in einer meiner absoluten Lieblingsstädte zu sein!", schrieb er am Montag auf seiner Facebook-Seite. Bei dem sogenannten "Townhall"-Meeting will er von Nutzern hören, "wie wir Facebook noch besser machen können" - und die haben dazu offenbar einige Ideen.

"Wie viele tausend Mitarbeiter willst Du dafür einstellen?"

"Falls ihr Fragen habt, die ich in Berlin beantworten soll, stellt diese bitte in den Kommentaren, oder klickt ,Gefällt mir' auf Fragen, die euch auch interessieren", forderte Zuckerberg die Nutzer auf.

Mehr als 3000 Kommentare gab es bis zum frühen Nachmittag. Oft ging es darum, ob und wie Facebook gegen Hasskommentare auf seinen Seiten vorgeht.

"Wie wird Facebook in der Zukunft sicherstellen, dass radikale Äußerungen insbesondere aufgrund der aktuellen Flüchtlingsdebatte, rechtsradikale Äußerungen und auch Gruppen gesperrt werden? Wie ist hier das weitere Vorgehen geplant?", lautete beispielsweise eine Frage. Eine andere: "Wann wird das Deutschland-Team erweitert zur Löschung von bösen Kommentaren und Co.? Wie viele tausend Mitarbeiter willst Du dafür einstellen?"

Wird Zuckerberg mehr Transparenz wagen?

Das soziale Netzwerk steht seit Monaten in der Kritik, weil es Hass und Hetze auf seinen Seiten nach Ansicht der Kritiker nicht schnell und konsequent genug entfernt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Zuckerberg aufgefordert, sich hier mehr zu engagieren. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) gründete eine Taskforce, um die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk zu verbessern. Facebook selbst hat eine Marketing-Kampagne gegen Hatespeech gestartet und beschäftigt seit einigen Monaten über einen Dienstleister ein Löschteam in Berlin - doch ob all diese Maßnahmen wirklich fruchten, ist nicht nachprüfbar.

Facebook weigert sich weiter, die Zahl der Mitarbeiter bekannt zu geben, die die von Nutzern gemeldete Kommentare prüfen und löschen. Bekannt ist auch nicht, wie viele Hasskommentare gemeldet und gelöscht werden.

Zuckerbergs Besuch in der Hauptstadt soll nun deutlich machen, wie ernst es das US-Unternehmen mit seinem Engagement gegen Hasskommentare meint - doch ein symbolischer Auftritt des Chefs allein wird den Kritiker kaum reichen. Dafür müsste Facebook mehr Transparenz wagen - aber vielleicht hat Zuckerberg ja genau das vor, wenn er nach Berlin kommt.

Wer sich registrieren will, bekommt eine Fehlermeldung

Wonach und wie viele Teilnehmer für das Treffen mit Zuckerberg ausgesucht werden, teilte Facebook noch nicht mit. Unklar ist auch, wo Zuckerberg in Berlin auftreten wird. Über einen Facebook-Link können sich Nutzer theoretisch für das Treffen registrieren, doch wer das am Montag versuche, bekam eine Fehlermeldung. Der Auftritt soll auch über einen Livestream weltweit übertragen werden.

Bereits am Vorabend des "Townhall"-Meetings erhält Zuckerberg den Axel Springer Award für herausragende Unternehmerpersönlichkeiten, zuvor ist er in Barcelona bei der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress. Ob er in Berlin weitere Termine wahrnimmt, sich beispielsweise mit Flüchtlingen trifft wie kürzlich seine Kollegin Sheryl Sandberg, teilte Facebook nicht mit.

Zuckerberg war zuletzt im Mai 2013 zu Gast in Berlin. Damals allerdings im Rahmen eines privaten Besuchs, unter anderem ließ er sich von Bundestagsabgeordneten durch den Reichstag führen.



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