Wirtschaft : Mehr Geld für Leiharbeit Auch in der Chemie gibt es künftig Zuschläge

Berlin - Zeitarbeiter in der Chemieindustrie bekommen ab November bis zu 50 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber der Leiharbeitsbranche verständigten sich jetzt mit der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) auf einen entsprechenden Vertrag. Bereits im Mai hatten IG Metall und Arbeitgeber eine ähnliche Vereinbarung für die Metallindustrie getroffen. In fünf Stufen, die erste beginnt nach einer Einsatzdauer von sechs Wochen, die letzte nach neun Monaten, werden die Gehälter der Leiharbeitnehmer angehoben. Beispielsweise bekommt eine Leihkraft, die in der Lohngruppe 1 des Tarifvertrags für die Leiharbeiter eingruppiert ist, einen Stundenlohn von 8,13 Euro. In der entsprechenden Entgeltgruppe der Chemie, die un- und angelernte Kräfte umfasst, gibt es 13,39 Euro.

Der Leiharbeiter bekommt nun nach sechs Wochen Einsatz in demselben Betrieb einen Zuschlag von 15 Prozent. Es folgen weitere Stufen, bis es dann nach neun Monaten 50 Prozent mehr Geld gibt. Der Leiharbeitnehmer ist dann bei 12,20 Euro und damit ein gutes Stück an die 13,39 Euro herangerückt, die der festangestellte Kollege bekommt. Das Ziel „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist somit aber noch immer nicht erreicht.

„Daran halten wir fest. Wir haben tarifpolitisch gehandelt, jetzt ist Berlin gefordert“, kommentierte IG-BCE-Tarifvorstand Peter Hausmann den Kompromiss mit den Zeitarbeitgebern. Diese sprachen dagegen von einer „geschlossenen Tariflücke zwischen Zeitarbeitnehmern und Stammbelegschaften“. Ähnliche Regelungen sollen nun auch mit anderen Gewerkschaften gefunden werden. „Eingriffe der Politik in die Tarifautonomie sind damit überflüssig“, meinte Thomas Bäumer, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber. Er befürchtet eine Intervention von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die am Ende eines Stufenplans gerne equal pay hätte. alf

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