Wirtschaft : Mehr Gentechnik auf den Äckern

Anbaufläche steigt auf 160 Millionen Hektar.

Berlin - Der Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen nimmt weiter zu. Im vergangenen Jahr wuchs die Anbaufläche auf 160 Millionen Hektar, wie die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) am Mittwoch mitteilte. Weltweit wurden damit acht Prozent mehr solcher Pflanzen angebaut als im Vorjahr. Bei Baumwolle werden dem DIB zufolge derzeit schon auf 82 Prozent der Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, bei Soja sind es bereits 75 Prozent.

Nummer eins bei der Gentechnik bleibt die USA. Das Land hat derzeit mit 69 Millionen Hektar die größte Anbaufläche der Welt, auf Platz zwei folgt Brasilien mit 30,3 Millionen Hektar. Insgesamt setzen 29 Länder Saatgut für gentechnisch veränderte Pflanzen ein.

In Europa, wo Gentechnik umstritten ist, steigerten unter anderem Spanien und Portugal ihre Anbaufläche. In Deutschland legte sie nur um wenige Hektar zu, insgesamt liegt sie bei weniger als 0,05 Millionen Hektar. „Das ist in erster Linie Amflora“, sagte ein Sprecher vom Verband der Chemischen Industrie. Diese Gen-Kartoffel wurde vom Chemiekonzern BASF entwickelt und ist umstritten. Nach EU-Recht ist der Amflora-Anbau erlaubt, allerdings klagen einige Länder derzeit gegen die Zulassung.

Deutschland und Europa gerieten bei der Gentechnik ins Hintertreffen, klagte der Biotechnologie-Verband DIB. So würden etwa Hightechberufe abwandern, „weil Emotionen anstelle von Wissenschaft Grundlage für Entscheidungen werden“, sagte der DIB-Vorsitzende Stefan Marcinowski. Kürzlich hatte BASF den Sitz seiner Gentechniksparte aus Deutschland in die USA verlegt. Greenpeace hält dagegen. „Nicht nur in Europa, auch in China gibt es Widerstand“, sagt Dirk Zimmermann von der Umweltorganisation. Gentechnik sei keine Zukunftstechnologie. „In der Praxis machen die Züchtungen mehr Probleme, als sie lösen“, sagte Zimmermann. So gebe es zunehmend resistente Unkräuter und Schädlinge. jmi

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