Nach dem Glühbirnen-Verbot : Energiesparlampen enttäuschen

Trotz hoher Preise gibt es keine Qualität. Für den Verbraucher wird es in Zukunft schwieriger, das richtige Leuchtmittel zu kaufen - egal ob LED, Leuchtstoff- oder Halogenlampe.

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Bald keine Birnen mehr. Der Energiesparlampe gehört die Zukunft.
Bald keine Birnen mehr. Der Energiesparlampe gehört die Zukunft.Foto: epd

Licht aus für die Glühlampe. Auch wenn einigen der Abschied schwerfällt: die Energiesparlampe ist künftig ein Muss. Ab 1. September dürfen die alten birnenförmigen Leuchtmittel nicht mehr hergestellt werden. Allenfalls mit teuren Spezialglühlampen kann sich der Kunde das heimelige Gefühl warmen Lichts erhalten, denn die wird es auch weiterhin geben. Aber ein brauchbarer Ersatz für die klassische Glühlampe sind sie nicht, denn sie kosten ein Vielfaches der alten Lampe und fressen noch mehr Energie. Die Zukunft hat drei Buchstaben: LED.

Doch folgt man den Ergebnissen der Stiftung Warentest kann man sich nie sicher beim Kauf sein: Egal ob LED, Kompaktleuchtstofflampe oder Halogenlampe, die optimale Alternative zur alten Glühlampe gibt es nicht. Selbst sehr teure LED-Lampen sind beim Test durchgefallen. Das Urteil der Tester: Lampen halten nicht so lange wie versprochen, ihr Licht ist nicht hell genug oder die Farbe des Lichts stimmt nicht mit der Packungsangabe überein. Ohne Fachzeitschrift in der Hand sind Verbraucher derzeit beim Lampenkauf orientierungslos. Wenn früher eine Glühlampe nach kurzer Zeit nicht mehr funktionierte, war das zwar ärgerlich, aber die paar Cent waren zu verschmerzen. 20 Euro für eine LED-Lampe, die nicht hält, was sie verspricht, tun hingegen richtig weh.

Der Verlierer des Tests, die LED von Paulmann, hielt nach Angaben der Stiftung Warentest, statt der versprochenen 30 000 nur 500 Stunden. Das ist halb so lange wie bei den alten Glühlampen. Statt Kostenersparnis heißt das: kräftig draufzahlen. Paulmann-Sprecher Norbert Wessel kann sich das Ergebnis nicht erklären, es widerspreche eigenen Tests. Es handele sich außerdem um ältere Fabrikate, die nicht mehr produziert würden.

Ähnlich äußert sich auch der Geschäftsführer Stephan Seitz vom österreichischen Hersteller 16east, dessen LED die teuerste im Test war, aber den vorletzten Platz belegte. Kritikpunkte waren unter anderem die ebenfalls kurze Lebensdauer und dass die Lampe einfach abschaltete, wenn sie heiß wurde. Seitz kann zwar die Kritik der Stiftung nicht in allen Punkten teilen, gelobt aber Besserung. Der Wettbewerb sei eben hart, „die großen wie Osram und Philips geben sehr viel mehr Geld für Forschung und Entwicklung aus.“

Wer Produkte der Marktführer kauft, erhält nicht zwingend mehr Qualität. In der Vergangenheit bekamen sie regelmäßig die Bestnoten, das ist vorbei: Osram wurde mit einer guten Note zwar erneut Testsieger bei den LEDs, für Philips reichte es aber nur zu Platz vier. Bei den klassischen Energiesparlampen wurden die Niederländer sogar Letzter. In dieser Kategorie konnten selbst die Testbesten nur die Hälfte der vom Hersteller angegebenen Lebensdauer erreichen.

„Es alarmiert mich, dass auch bei den Markenherstellern die Angaben nicht stimmen“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe Jürgen Resch, „die versprochene Lebensdauer muss eingehalten werden.“ Die Auswahl der richtigen Lampe sei schwieriger geworden, deshalb empfiehlt er, nicht beim Discounter zu kaufen, sondern sich vom Fachhändler beraten zu lassen. Grundsätzlich hält er den Trend zur LED für richtig, sie entwickle sich in den letzten Jahren rasant weiter. „Die LED ist die Technik der Zukunft und sie wird sich auf dem Markt durchsetzen“, ist sich Resch sicher. Falls eine Lampe vor der angegebenen Lebensdauer kaputt gehe, bliebe dem Käufer immer noch die Möglichkeit sie umzutauschen.