Nach Tarifabschlüssen : Mindestlohn steigt 2017 vermutlich auf 8,85 Euro

Nach den jüngsten Tarifabschlüssen zeichnet sich eine Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar um rund vier Prozent ab.

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Noch sind es 8,50 Euro, doch im Januar 2017 steigt der Mindestlohn an. Und dann alle zwei Jahre.
Noch sind es 8,50 Euro, doch im Januar 2017 steigt der Mindestlohn an. Und dann alle zwei Jahre.Foto: dpa

Nach den jüngsten Tarifabschlüssen zeichnet sich ein Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns auf 8,85 Euro ab. Die aus Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertretern bestehende Mindestlohnkommission wird sich in den kommenden Wochen mit dem Thema befassen und dann Ende Juni einen entsprechenden Beschluss fassen. Maßgeblich für die erstmalige Erhöhung des 2015 von der Regierung eingeführten Mindeststundenlohns von 8,50 Euro sind die Tarifabschlüsse des Jahres 2015 und der ersten Jahreshälfte 2016. Auf Basis dieser Erhöhungen berechnet das Statistische Bundesamt einen Tarifindex. Am Montag lag der Indexwert bei 3,2 Prozent. Das bedeutet also, dass die Tarifeinkommen insgesamt seit Ende 2014 um 3,2 Prozent gestiegen sind und der Mindestlohn zum 1. Januar 2017 entsprechend angehoben werden müsste. Wenn es dabei bliebe, dann könnten sich die knapp vier Millionen Bezieher des Mindestlohns auf eine Erhöhung ihres Stundenlohns um 27 Cent einstellen.

Der Abschluss in der Metallindustrie kommt zu spät

Doch es kommen noch ein paar Cent dazu. Nach Ablauf der Erklärungsfrist wirkt der neueste Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst, und damit erhöhen sich für gut zwei Millionen Beschäftigte der Kommunen und beim Bund die Einkommen um 2,4 Prozent. Und wenn diese 2,4 Prozent wie üblich übertragen werden auf die Beamten und weitere Institutionen im öffentlichen Bereich, dann erhöht das nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes den Tarifindex auf 3,9 Prozent. Für den Mindestlohn würde das einen Zuschlag um 33 Cent auf 8,83 Cent zum 1. Januar bedeuten. Und womöglich kommt noch der eine oder andere Abschluss dazu. Am Dienstag trafen sich die Tarifparteien in der Bauindustrie zum vierten Mal zu Verhandlungen für fast 800 000 Arbeitnehmer. Die Gewerkschaft fordert 5,9 Prozent und damit ein knappes Prozent mehr als IG Metall und IG Chemie.

Die nächste Erhöhung kommt 2019

Die Metaller hatten in der vergangenen Woche den bislang höchsten Abschluss in diesem Jahr erreicht. Die 3,7 Millionen Metallbeschäftigten bekommen ab Juli 2,8 Prozent mehr. Für die Monate April bis Juni gibt es einen einmaligen Pauschalbetrag von 150 Euro pro Kopf. Davon haben die Empfänger des Mindestlohns aber nichts, da Einmalzahlungen nicht in die Berechnung des Tarifindex einfließen. Und die Erhöhung um 2,8 Prozent kommt einen Monat zu spät, um noch in den Index einzufließen. Die 2,8 Prozent werden erst bei der nächsten Erhöhung des Mindestlohns zum 1.1.2019 wirksam.

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