Wirtschaft : Netscape- und AOL-Aktien sind Börsenrenner

NEW YORK .Die Aktien der amerikanischen Software- und Internetfirma Netscape Communications und des weltgrößten Online-Dienstes America Online (AOL) sind an der Wall Street in die Höhe geschossen.Damit reagierte die Börse auf Medienberichte, wonach beide Firmen über eine weitreichende Partnerschaft verhandeln, die sich vor allem gegen Microsoft richten soll.AOL soll den Angaben zufolge die Verwendung des Internet-Zugangsprogramms von Netscape in Erwägung ziehen.Zur Zeit liefert AOL seine Zugangssoftware mit dem "Internet Explorer" von Microsoft aus.Künftig könnte AOL den "Navigator" von Netscape parallel oder anstelle der Browser-Software des Konkurrenten Microsoft verwenden.

Die Netscape-Aktien legten am Mittwoch an der Wall Street um zehn Dollar oder 34 Prozent auf 403/16 Dollar zu.America Online-Aktien konnten sich um 77/8 Dollar oder 10,5 Prozent auf 831/4 Dollar verbessern.

Microsoft hatte AOL 1996 zur exklusiven Verwendung des Internet-Programms "Internet Explorer" veranlaßt.Im Gegenzug hatte Microsoft die Zugangssoftware für AOL mit auf den virtuellen Schreibtisch des Betriebssystems "Windows" gelegt.Angeblich läuft die Exklusivitätsklausel zum Jahresanfang 1999 aus.Sollte AOL künftig den Netscape-"Browser" verwenden, wäre dies für Netscape ein enormer Erfolg.AOL ist mit seinen 14 Millionen Benutzern der weltgrößte Online-Dienst.Es sei allerdings noch nicht sicher, daß es zu Vereinbarungen kommen werde, hatte das "Wall Street Journal" berichtet.Die Verhandlungen seien noch im Gange.Es soll bei den Diskussionen auch um gemeinsame Marketing-Aktionen von AOL und Netscape gehen.Sollte es zu weiterreichenden Vereinbarungen kommen, dann könnte AOL sich sogar an Netscape beteiligen und einen Sitz im Verwaltungsrat erhalten, berichtete das Blatt.

Der Streit um die Integration des "Internet Explorer" in das Betriebssystem Windows steht im Mittelpunkt einer Kartellklage gegen Microsoft.Microsoft soll, wie berichtet, seine dominierende Position bei Betriebssystemen für Personal Computer wettbewerbswidrig ausgenutzt haben.In dem Verfahren waren auch E-Mail-Mitteilungen von AOL-Chef Steve Case an Netscape-Chef Jim Barksdale bekannt geworden, in denen Microsoft-Chef Bill Gates als "Hitler" bezeichnet worden war.

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