Wirtschaft : Netzbetreiber dreht Teldafax den Hahn ab Kündigung für 8400 Berliner Gaskunden

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Platzverweis? Bayer 04 prüft eine Trennung von Sponsor Teldafax. Foto: dpa
Platzverweis? Bayer 04 prüft eine Trennung von Sponsor Teldafax. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Berlin - Böse Überraschung für 8400 Kunden von Teldafax Energy in Berlin und Brandenburg: Vom 1. April an müssen sie sich einen neuen Gaslieferanten suchen. Die zuständige Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB), deren Netze Teldafax nutzt, hat den Lieferantenrahmenvertrag zum 31. März gekündigt – „wegen unregelmäßiger Zahlung der Netznutzungsentgelte und zur Vermeidung des weiteren Anwachsens der bereits entstandenen beträchtlichen Außenstände“, wie es in einer Mitteilung der NBB am Donnerstag hieß.

Der Troisdorfer Billiganbieter steckt schon länger in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die vor zwei Wochen neu installierte Geschäftsführung hatte eingeräumt, dass Teldafax überschuldet sei und dringend Eigenkapital benötige. Zugleich hatte das Unternehmen aber versichert, die bundesweit rund 800 000 Strom- und Gaskunden würden weiter beliefert und nicht an einen Grundversorger zurückfallen. Genau dies steht den 8400 Kunden in der Region Berlin-Brandenburg aber nun bevor. In einem Schreiben der NBB wurden sie informiert, dass eine Belieferung durch Teldafax vom 1. April an nicht mehr möglich ist. Wer sich nun nicht rechtzeitig bei einem anderen der 100 möglichen Gasanbieter anmelde, werde automatisch Kunde des Grundversorgers Gasag. Eine Sperrung von Anschlüssen werde es nicht geben, versicherte die NBB. Informationen über günstige Gasanbieter finden Verbraucher unter anderem im Internet bei den Portalen Check 24, Toptarif oder Verivox.

Ein Teldafax-Sprecher erklärte, zehn weitere Netzbetreiber hätten ebenfalls ihre Verträge gekündigt. Insgesamt arbeite man mit 800 Gasnetzbetreibern zusammen. 200 000 Haushalte bekämen ihr Gas über Teldafax. Die Begründungen für die Kündigungen – Außenstände und Unregelmäßigkeiten – seien „wohl nicht aus der Luft gegriffen“, räumte der Sprecher ein. Man sei aber in Gesprächen über eine Rücknahme der Kündigungen.

Obwohl die betroffenen Kunden keinen Lieferstopp fürchten müssen, haben etliche dennoch Grund zur Sorge. Denn jeder fünfte Teldafax-Kunde hat einen Vertrag mit Vorkasse unterschrieben, also für zwölf Monate im Voraus bezahlt. „Wenn wir uns mit einem Netzbetreiber nicht einigen können, werden Vorauszahlungen zurückerstattet“, versicherte der Teldafax-Sprecher. Doch die Sorge, dass das angeschlagene Unternehmen nicht zahlen kann, treibt viele um. „Wenn Teldafax insolvent ist, ist das Geld im schlimmsten Falle weg“, sagte Peter Lischke von der Verbraucherzentrale Berlin. Kunden sollten schnell ihre Rückzahlungsansprüche geltend machen. Henrik Mortsiefer

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