Neuer Job für den Ex-Gesundheitsminister : Daniel Bahr geht zur Allianz

Wieder wechselt ein prominenter Politiker in die Wirtschaft. Nach Dirk Niebel und Ronald Pofalla findet jetzt auch Daniel Bahr einen neuen Arbeitgeber. Lobbykritiker sind empört und fordern schärfere Gesetze.

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Einst Gesundheitsminister: Daniel Bahr.
Einst Gesundheitsminister: Daniel Bahr.Foto: dpa

Wieder wechselt ein prominenter Politiker in die Wirtschaft: Der frühere Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) wird am 1. November als Generalbevollmächtigter in die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) eintreten, teilte die Allianz Deutschland am Montag in München mit. Bahr soll die Bereiche Leistungsmanagement und zentrale Vertriebskoordination übernehmen. Nach einer Einarbeitungszeit soll er vorbehaltlich der Zustimmung der Finanzaufsicht Bafin in den Vorstand der Krankenversicherungsgesellschaft einziehen.

„Bahr reiht sich damit ein in die lange Liste von Mitgliedern der schwarz-gelben Bundesregierung, die ohne Karenzzeit oder nach nur kurzer Wartezeit zu Unternehmen oder Verbänden gewechselt sind“, sagte der Sprecher der lobbykritischen Vereinigung Lobbycontrol, Timo Lange, dem Tagesspiegel. Aus der schwarz-gelben Regierung haben inzwischen einige Prominente eine neue Heimat in Unternehmen gefunden. Ex-Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) geht im nächsten Jahr als Cheflobbyist zum Rüstungskonzern Rheinmetall, Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) zur Bahn.

Lobbykritiker Lange forderte die Bundesregierung auf, endlich ihre Ankündigung wahrzumachen und per Gesetz Karenzzeiten für den Wechsel von der Politik in die Wirtschaft einzuführen. Bahr war von 2005 bis 2009 gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und wurde 2011 Gesundheitsminister. Als Minister entwickelte er den „Pflege-Bahr“. Das ist eine private Zusatzversicherung für die Pflege, die auch von der Allianz angeboten wird.

Der 37-Jährige, der zurzeit in den USA für eine auf Gesundheitspolitik spezialisierte Denkfabrik arbeitet, hatte sich zudem stets für die private Krankenversicherung stark gemacht. Unterdessen scheint nach Informationen des „Handelsblatts“ eine weitere, wichtige Personalie im Allianz-Konzern entschieden zu sein. Konzernchef Michael Diekmann wird seinen Vertrag, der eigentlich im Dezember auslaufen würde, um weitere zwei Jahre verlängern, meldet das Blatt. Damit bliebe Diekmann Zeit, die großen Baustellen des Konzerns zu lösen. Nach dem Rücktritt von Chefinvestor Bill Gross drohen der US-Anlagetochter Pimco weitere Mittelabflüsse von Anlegern. Dennoch hält Diekmann an Pimco fest: „Pimco steht für mich nicht infrage – mit oder ohne Bill Gross“, bekräftigte Diekmann am Montag.

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