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Ölpreise steigen : Für Mieter und Autofahrer wird es teurer

Die Opec fördert im neuen Jahr weniger Erdöl, das wirkt sich auf die Preise für Verbraucher in Deutschland aus.

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Einmal vollmachen, bitte: Das wird jetzt teurer. Die Preise für Heizöl sind gestiegen.
Einmal vollmachen, bitte: Das wird jetzt teurer. Die Preise für Heizöl sind gestiegen.Foto: Patrick Pleul

Autofahrer müssen sich auf steigende Spritpreise einstellen, Mieter und Hausbesitzer auf höhere Heizkosten. Die Einigung der Erdölexportierenden Länder (Opec), die Förderung im neuen Jahr zu drosseln, könnte die Ausgaben der Deutschen in die Höhe treiben. Spürbar ist das bereits beim Heizöl. 3000 Liter Heizöl kosten derzeit 1650 Euro und damit sechs Prozent mehr als zu Wochenbeginn, teilte das Vergleichsportal Check24 am Donnerstag mit. Der Ölpreis habe auf die Entscheidung der Opec "sofort" reagiert, der Heizölpreis habe nachgezogen. Auch mittelfristig rechnet das Vergleichsportal mit weiteren Steigerungen. Auch die Spritpreise dürften anziehen. "Es ist möglich, dass sich das Vorhaben der Förderdrosselung bereits im Dezember an der Börse und an den Zapfhähnen auswirkt", sagt Steffen Bock, Geschäftsführer von clever-tanken.de. Spätestens ab dem nächsten Jahr sei ein "signifikanter Anstieg der Kraftstoffpreise" wahrscheinlich.

Opec kürzt die Menge, Russland zieht nach

Die Opec hatte am Mittwoch beschlossen, erstmals seit acht Jahren die Förderung zu drosseln. Das Ölkartell will im ersten Halbjahr 2017 täglich insgesamt 1,2 Millionen Barrel weniger produzieren. Ein Barrel entspricht 159 Litern. Das neue Limit soll dann bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Die Opec reagiert damit auf den rasanten Preisverfall beim Öl. Russland schließt sich der Kürzung an. „Auch russische Konzerne werden die Ölförderung zurückfahren“, sagte Energieminister Alexander Nowak am Donnerstag in Moskau. Ab sofort werde Russland, das nicht Opec-Mitglied ist, seine Tagesförderung um etwa 300 000 Barrel kürzen. Nach der Entscheidung der Opec war der Ölpreis am Mittwoch um fast neun Prozent gestiegen und hatte die Marke von 50 Dollar pro Barrel übersprungen. Am Donnerstag gab es ein Auf und Ab an den Märkten, am Mittag kostete Brent mit 52,41 Dollar je Fass rund ein Prozent mehr als am Vortag.

Öl war lange billig

Durch ein Überangebot am Markt hatten sich die Preise seit 2014 fast halbiert. Vor der Einigung am Mittwoch hatte das Barrel gerade einmal 47 Dollar gekostet. Vom billigen Öl haben auch die Verbraucher profitiert. Das Preisniveau beim Heizöl sei trotz der jüngsten Erhöhungen weiterhin niedrig, betont Check24. Für 2016 könne im Dezember sogar "ein neuer Rekordwert" erreicht werden. Auch Autofahrer können sich bislang über niedrige Preise freuen. Nach einem Preisvergleich des Internetportals clever-tanken.de sind die Preise für Super E10 und Diesel im November im Schnitt um je zwei Cent gegenüber dem Oktober gefallen. Der Liter Super E10 habe durchschnittlich 1,2835 Euro, der Liter Diesel 1,1077 Euro gekostet.

ADAC ist skeptisch

"Wenn die Ölpreise steigen, folgen die Spritpreise umgehend", sagte Andreas Hötzel vom ADAC dem Tagesspiegel. "Der Preisanstieg geht dann sehr schnell". Allerdings ist der Automobilclub nicht sicher, ob es wirklich zu einer dauerhaften Preisexplosion kommen wird. Es sei möglich, dass sich nicht alle Förderländer an die Beschränkung halten, gibt der ADAC zu bedenken. Zudem könne das Fracking in die Lücke stoßen und das Angebot an Öl wieder auffüllen.

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