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Olaf Scholz beim eMobility Summit 2013 : Hamburg fährt Berlin davon

27.06.2013 23:07 Uhrvon und
Redakteurin Maris Hubschmid begrüßt Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Senatsdirektor Franz J. Klein.Bild vergrößern
Redakteurin Maris Hubschmid begrüßt Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Senatsdirektor Franz J. Klein. - Foto: Spiekermann-Klaas

Stoff mit Zukunft: Obwohl Hamburg keines der vier nationalen Schaufenster geworden ist, fährt dort schon ein Großteil der öffentlichen Busse emissionsfrei, mit Wasserstoff. Bürgermeister Olaf Scholz treibt das Thema voran.

In der Hansestadt Hamburg sollen bis zum Ende des Jahrzehnts alle Busse des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) emissionsfrei fahren. Gute Erfahrungen sammelt der Hamburger Verkehrsverbund, der aktuell gut 2000 herkömmliche Busse im Einsatz hat, mit vier Wasserstoff-Hybrid-Bussen. Die Daimler-Fahrzeuge werden in einem Feldversuch erprobt, wie der Erste Bürgermeister der Hansestadt, Olaf Scholz (SPD), am Donnerstag auf dem Tagesspiegel-Summit berichtete.

„Es geht nicht mehr darum, Schaufenster für Lösungen des Jahres 2020 zu sein – es geht darum, sie heute umzusetzen“, sagte Scholz. Die technischen Möglichkeiten der Elektromobilität seien vorhanden, das werde auch die Internationale Automobilausstellung (IAA) im September unter Beweis stellen.

„Wir müssen nicht mehr ausstellen und probieren, wir können es heute machen“, sagte Scholz. Hamburg war bei der Vergabe der vier vom Bund geförderten Schaufenster für Elektromobilität leer ausgegangen.

Probleme machen die Hersteller – werden sie wie bestellt liefern?

Ob sich die Hansestadt für die Wasserstoff-Technologie oder rein batterieelektrisch angetriebene Busse für ihren ÖPNV entscheiden wird, ist noch offen. „Alle Hersteller versprechen uns, bis 2020 emissionsfreie Busse zu bezahlbaren Preisen liefern zu können“, sagte Scholz. Zwar seien die aktuellen Wasserstoffbusse noch Prototypen, ab 2017 erwarte man aber eine neue Generation, die serienreif sei. Hamburg werde als größter Besteller keine Zuteilung in limitierter Stückzahl akzeptieren. „Die Unternehmen müssen uns zusichern, dass wir bekommen, was wir bestellen“, sagte Scholz. „Wer das schafft, gewinnt uns als Kunden.“

Stefan Gulas, Geschäftsführer von eRockit, kam auf seiner Kreuzung aus Fahrrad und Motorrad.Bild vergrößern
Stefan Gulas, Geschäftsführer von eRockit, kam auf seiner Kreuzung aus Fahrrad und Motorrad. - Foto: Mike Wolff

Der Erste Bürgermeister der Hansestadt treibt das Thema Elektromobilität auf vielfältige Weise voran. So soll unter anderem in wenigen Tagen ein Masterplan zum massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur in Hamburg vom Senat verabschiedet werden. Derzeit gibt es in der Stadt rund 250 öffentliche und private Ladestationen.

Ein Projekt in der Hauptstadt scheiterte am Verkehrsministerium

Von den ehrgeizigen Zielen Hamburgs ist Berlin weit entfernt. In der Bundeshauptstadt sind von ehemals 14 noch vier Busse mit Wasserstoffantrieb im Einsatz. Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stellen die verbliebenen Fahrzeuge mit dem alternativen Antrieb ihren Betrieb im kommenden Jahr ein. Der Berliner Nahverkehr ohne Wasserstoff-Fahrzeuge – das müsste nicht sein, sagte Dirk Inger, Unterabteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium. Mit 1,4 Millionen Euro habe der Bund die vier Busse gefördert.


Und Berlin hätte weiteres Geld für die Erprobung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen haben können. Das Projekt scheiterte jedoch an der Finanzierung von der Berliner Seite. Der Bund hätte 50 Prozent der Kosten übernommen. Senat und BVG hätten sich jedoch nicht zu einer Lösung für die andere Hälfte durchringen können, sagte Inger. Die BVG bestätigt das. „Trotz der Förderung wären die Mehrkosten zu konventionell betriebenen Bussen zu hoch gewesen, als dass wir sie allein hätten tragen können“, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak auf Anfrage. Der Senat habe in der derzeitigen finanziellen Lage des Landes Berlin kein Geld bewilligen wollen.

Hinter vorgehaltener Hand bedauert man bei der BVG die Entscheidung. Hamburg und Stuttgart, die die hälftige Förderung durch das Verkehrsministerium angenommen hätten, zögen der Bundeshauptstadt beim Wasserstoff-Nahverkehr auf Jahre davon, heißt es aus Unternehmenskreisen. Die für den ÖPNV zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

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