Wirtschaft : Ostmarken werden vergessen Vor allem die Jüngeren kennen sie nicht mehr

Benedikt Peters

Berlin - Nudossi – was war das noch mal? Die Antwort, eine Nuss-Nougat-Creme aus Sachsen, kennen immer weniger. Denn ostdeutsche Marken wie diese geraten zunehmend in Vergessenheit. Das zeigt eine Studie des Instituts für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung und der Werbetochter des Senders MDR, die am Donnerstag in Leipzig vorgestellt wurde.

Mit der Sektmarke Rotkäppchen und dem Waschmittel Spee landeten nur zwei Artikel aus Ostdeutschland unter den bekanntesten Markennamen. Bei anderen gebe es „dramatisch rückläufige Werte“, teilte die MDR-Werbung mit. So ging im Vergleich zu 2010 die Bekanntheit des Getränkeherstellers Thüringer Waldquell um 13,8 Prozent zurück, bei der Süßwarenfirma Zetti und der Senfmarke Born waren es rund zwölf Prozent. Auffällig ist der Studie zufolge, dass die Marken selbst dort in Vergessenheit geraten, wo sie hergestellt werden. Demnach kennen auch immer weniger Ostdeutsche die Marken Vita Cola, Wilthener Goldkrone, Mühlhäuser oder Nordhäuser Doppelkorn. Andere Marken leiden der Studie zufolge unter einem „Jugendproblem“: Die Lebensmittelhersteller Eberswalder Wurst, Burger Knäcke und Rügenfisch sind demnach bei den Befragten unter 39 Jahren viel weniger bekannt als bei den Älteren.

Neben der Bekanntheit hat die West-Ost-Markenstudie in diesem Jahr erstmals auch die tatsächliche Verwendung der Produkte untersucht. Besonders für ostdeutsche Biere zeigen sich schlechte Ergebnisse: Zwar kennen vier von fünf Westdeutschen die Marken Radeberger und Hasseröder, doch nur jeder Zwölfte trinkt sie auch. Als Schlussfolgerung attestieren die Forscher vielen Marken aus den neuen Bundesländern ein Imageproblem. Die ostdeutschen Hersteller müssten dringend mit gezielten Kampagnen auf die Verjüngung der Konsumenten reagieren. Benedikt Peters

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