Wirtschaft : Personal-Karussell bei Siemens dreht sich

Neues Mitglied im Zentralvorstand

MÜNCHEN (tmh).Der Zentralvorstand des Elektrokonzerns Siemens AG, Berlin / München, erhält mit Peter Pribilla (55) ein neues Mitglied.Der bislang für Öffentliche Kommunikationsnetze zuständige Bereichsvorstand wird zum 1.Oktober in das neunköpfige Spitzengremium berufen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München nach einer Aufsichtsratssitzung mit.Er soll die Betreuung der Bereiche Kfz-Technik und Bauelemente übernehmen.Zugleich scheidet Walter Kunerth (56) aus dem Zentralvorstand aus.Kunerth hatte in den 80er Jahren den Bereich Automobiltechnik aufgebaut und war zuletzt maßgeblich am Effizienzprogramm Top beteiligt.Er werde Aufgaben außerhalb des Konzerns wahrnehmen, heißt es lapidar. Sein Nachfolger Pribilla hat sich durch die Sanierung der von IBM übernommenen US- Tochter Rolm im Siemenskonzern einen Namen gemacht und zuletzt im Bereich Öffentliche Kommunikationsnetze eine Trendwende eingeleitet.Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung war über weitere Veränderungen im Vorstand spekuliert worden, über die das Gremium aber noch nicht offiziell entschieden hat.So dürfte zum Ende der Periode 1997/98 (30.September) Siemens-Personalchef Werner Maly altersbedingt ausscheiden.Auch über einen Wechsel des Finanzchefs Karl-Hermann Baumann (61) an die Spitze des Aufsichtsrats wird spekuliert.Dort könnte er zur nächsten Hauptversammlung im Februar 1998 Hermann Franz (68) ablösen.Als Nachfolger Baumanns wird der in Indien tätige Siemens-Manager Hans-Joachim Neubürger gehandelt.Maly und Baumann sind Zentralvorstände. Zu Berichten, die Planungen für das Geschäftsjahr 1996/97 seien nach oben korrigiert worden, verweist man bei Siemens auf eine für kommenden Montag in Berlin geplante Pressekonferenz.Das Konzernergebnis dürfte dieses Jahr vor Steuern mit 3,5 Mrd.DM um 300 Mill.DM besser ausfallen als zuletzt erwartet, will "Capital" erfahren haben.Im Jahr darauf würde das Vorsteuerergebnis auf über 4 Mrd.DM steigen.Verantwortich seien ein besseres Ergebnis der Medizintechnik, geringere Verluste in der Verkehrstechnik und höhere Preise bei Bauelementen.Für das Jahr 2000 peile Konzernchef Heinrich von Pierer einen Konzernumsatz von 130 (zuletzt 94) Mrd.DM und eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent an. Bekannt gegeben wurde in München, daß der mit knapp 20 Mrd.DM zweitgrößte Geschäftsbereich Industrie neu geordnet wird.

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