Wirtschaft : Pin will doch Mindestlohn zahlen Weitere Insolvenzen wahrscheinlich

Berlin - Der angeschlagene Post-Konkurrent Pin-Group wird nach Tagesspiegel-Informationen wohl doch den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von bis zu 9,80 Euro je Stunde zahlen. Eine offizielle Bestätigung des Unternehmens war gestern nicht zu bekommen. Allerdings kündigte die Gruppe für den heutigen Mittwoch eine Pressekonferenz zum Thema an. „Focus“-Online meldete, die neue Firmenführung um den Vorstandsvorsitzenden Horst Piepenburg habe intern festgelegt, die Löhne noch in diesem Monat anzupassen. Das dürfte weitere Insolvenzen von Pin-Tochterfirmen zur Folge haben.

Bisher haben bundesweit rund 20 der insgesamt 91 Gesellschaften der Pin- Gruppe Insolvenz angemeldet. Davon ist bislang etwa ein Drittel der deutschlandweit 9000 Beschäftigten – davon 1000 in Berlin – betroffen.

Auslöser für die Insolvenzanträge war die Entscheidung des Pin-Mehrheitsgesellschafters Springer Ende vergangenen Jahres, den Geldhahn zuzudrehen. Der Konzern begründete dies mit dem aus seiner Sicht zu hohen Mindestlohn, auf den sich die Koalition verständigt hatte. Nach dem Ende des Briefmonopols zum 1. Januar hatte Pin auf eine weitere Liberalisierung des Postmarktes gedrängt.

In den vergangenen Wochen hat Sanierungsexperte Piepenburg geprüft, inwiefern die Pin-Group rechtlich an den von der Bundesregierung beschlossenen Mindestlohn gebunden ist und ob das Unternehmen finanziell in der Lage ist, ihn zu zahlen. Auf der Pressekonferenz am heutigen Mittwoch würden der Vorstand und der vorläufige Insolvenzverwalter „Ergebnisse“ mitteilen, hieß es gestern in der Ankündigung.

Bis Ende Februar sollen die Löhne der Pin-Mitarbeiter gesichert sein, so lange wird das Insolvenzgeld gezahlt. Spätestens dann will Piepenburg ein Sanierungskonzept vorlegen und einen Investor gefunden haben, der das Unternehmen vollständig erhält. Es sollen bereits Gebote von strategischen Geldgebern und von Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland vorliegen. Tsp

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