Pläne für neue Airline : Sparkurs zwingt Lufthansa zu mehr Billigflügen

Mit einer Gewinnwarnung hat Lufthansa zuletzt seine Anleger böse überrascht. Nun will das Unternehmen offenbar die Billigstrategie ausweiten. Im Fokus steht die Regional-Tochter Eurowings.

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Himmelblau sieht es für Lufthansa derzeit nicht aus.
Himmelblau sieht es für Lufthansa derzeit nicht aus.Foto: dpa

Der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr wird den von seinem Vorgänger Christoph Franz eingeleiteten Sparkurs weiter verstärken müssen. Dazu gehört möglicherweise eine neue, weitere Billig-Airline für den Verkehr in Europa. Die könnte bei der Lufthansa-Tochter Eurowings angesiedelt werden, wie Beobachter wissen wollen.

Man prüfe alle Optionen, um die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu sichern, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels am Montag. Spohr will dem Vernehmen nach am 9. Juli seine konkreten Pläne und Ziele erläutern. In der vergangenen Woche hatte die Lufthansa mit einer Gewinnwarnung überrascht und einen Kurssturz der Aktie um fast 20 Prozent ausgelöst.

Germanwings gilt inzwischen Erfolg

Eurowings bedient mit rund 800 Mitarbeitern von Hamburg und Düsseldorf aus mit 23 Kurz- und Mittelstrecken-Jets rund 50 Ziele in Europa. Dabei handelt es sich um weniger stark gebuchte Verbindungen. Die Ziele sind in den Flugplan von Germanwings integriert, bei Eurowings selbst kann nicht gebucht werden.

Spohr will die Eurowings-Flotte angeblich um Jets vom Typ Airbus A 320 erweitern und auch außerhalb Deutschlands Strecken in Europa fliegen lassen, etwa von Rom nach London, ähnlich wie es Ryanair, Easyjet oder die aufstrebende spanische Vueling praktizieren. Mit Germanwings scheint die Basis gelegt: Sie gilt mittlerweile als Erfolgsgeschichte.

Konkurrenz durch arabische Airlines in Asien

Vor allem auf den Strecken nach Asien sieht sich die Lufthansa der scharfen Konkurrenz der Staats-Airlines aus Dubai (Emirates), Abu Dhabi (Etihad) und Katar (Qatar Airways) ausgesetzt. Zudem macht sich Etihad in Europa über Air Berlin und jetzt auch Alitalia immer stärker breit. Auch Turkish Airlines will – unterstützt von der Regierung in Ankara – Lufthansa Kunden abjagen.

Dem Vernehmen nach sucht Spohr auch einen Partner in Asien, mit dem er den Golf-Airlines verstärkt Paroli bieten kann. Bisher arbeitet Lufthansa nur mit All Nippon Airways und Air China zusammen.

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