Politik will gleiches Recht für alle : Maut soll auch für Fernbusse gelten

Der Bus-Markt boomt: Dank niedriger Preise probieren immer mehr Passagiere das neue Angebot aus. Doch die Zeit der billigen Tickets könnte bald vorbei sein

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Einer von vielen. Die Zahl der Fernbus-Verbindungen in Deutschland steigt ständig. Die Unternehmen punkten durch niedrige Preise. Foto: AFP
Einer von vielen. Die Zahl der Fernbus-Verbindungen in Deutschland steigt ständig. Die Unternehmen punkten durch niedrige Preise.Foto: AFP

Auch Fernbusse sollen in Zukunft für die Nutzung von Autobahnen eine Maut bezahlen. Dafür machen sich Politiker in Union und SPD stark. „Wenn ein Fahrt von Nürnberg nach Berlin beispielsweise knapp zwei Euro teurer werden würde, wäre es immer noch ein attraktives Angebot“, sagte Martin Burkert (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag. Die Einnahmen sollten verwendet werden, um Busbahnhöfe in den Städten zu erweitern und zu modernisieren. „Dann könnten wir unsere Kommunen vernünftig mit Infrastruktur ausstatten“, befand Burkert.

Er stellte sich damit an die Seite von Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU). Der hatte einen Wettbewerbsvorteil der Busse beklagt, wenn sie weiter von der Maut befreit würden. „Die Fernbusse stehen im Wettbewerb mit der Bahn. Deshalb wäre es auch nicht fair, wenn Busse die Autobahn kostenlos nutzen können.“ Bislang zahlen Eisenbahnen Trassengebühren für jeden Kilometer, ebenso Lastwagen.

Der Fernbus-Markt war erst Anfang 2013 liberalisiert worden. Seitdem haben Anbieter bundesweit mehr als 200 Verbindungen ins Programm genommen, Marktführer sind das Berliner Unternehmen Mein-Fernbus sowie Post und ADAC. Vor allem die FDP hatte sich für die Liberalisierung und den Verzicht auf eine Maut starkgemacht. Es herrsche eine „Goldgräberstimmung“, stellte SPD-Mann Burkert fest. 2016 wolle man die Entwicklung des Marktes prüfen und über eine Maut entscheiden. Einen Satz von etwa einem halben Cent pro Passagier und Kilometer hält Burkert für verkraftbar.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt eine Bus-Maut dagegen ab. Die Gebühren für Lkw will er allerdings auf weitere Fahrzeuge und Bundesstraßen ausdehnen, auch weil Geld in seinem Etat fehlt. Auch die Branche lehnt den Vorstoß ab. „Wer eine Maut für Busse fordert, der muss wissen, dass er damit den noch jungen Fernbusmarkt zerstören wird“, erklärte Christiane Leonhard, Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes BDO.

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