• Präsident der Deutschen Rentenversicherung: "Auch Selbstständige sollten in die gesetzliche Rentenversicherung"

Präsident der Deutschen Rentenversicherung : "Auch Selbstständige sollten in die gesetzliche Rentenversicherung"

Die Selbstständigen in Deutschland sorgen nicht genug vor. Geht es nach dem Chef der Deutschen Rentenversicherung, würden sie in die gesetzliche Versicherung aufgenommen.

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Will auch Selbständige gesetzlich absichern: der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Axel Reimann.
Will auch Selbständige gesetzlich absichern: der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Axel Reimann.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Axel Reimann, möchte, dass künftig auch Selbstständige gesetzlich rentenversichert werden. Tatsächlich sorge „ein erheblicher Teil der Selbständigen“ nicht genug vor und sei im Alter auf Grundsicherung angewiesen, sagte Reimann dem Tagesspiegel. „Das sollte die Gesellschaft auf Dauer nicht akzeptieren. Zumindest Selbstständige ohne Altersvorsorge sollten obligatorisch in der Rentenversicherung abgesichert werden.“

Statt der geplanten Lebensleistungsrente, die das Problem der Altersarmut nicht wirklich beseitige, müsse es „zielgenaue Lösungen“ für die Menschen mit höherem Armutsrisiko geben, sagte Reimann. Als Beispiel nannte er Selbstständige, Langzeitarbeitslose, Erwerbsgeminderten und Geringverdiener. Um ihnen mehr Anreize zu ergänzender Privatvorsorge zu geben, wären Freibeträge in der Grundsicherung „hilfreich“, so Reimann. „Die Menschen wüssten dann, dass sie einen Teil ihrer Ersparnisse im Alter behalten können. Das würde auch Geringverdiener motivieren, mehr Vorsorge zu betreiben.“

Reimann zeigte sich besorgt über die derzeitige Rentendebatte. Da das Thema alle betreffe, werde man es nicht komplett aus dem Wahlkampf heraushalten können, sagte er. „Aber die Politik sollte jetzt keine Leistungen versprechen, die sich nachher nicht finanzieren lassen.“ Außerdem sei es wichtig, so viel Konsens wie möglich herzustellen. „Es stärkt nicht das Vertrauen ins Rentensystem, wenn in einer Legislaturperiode Entscheidungen getroffen werden, die in der nächsten zurückgenommen werden.“ (tsp)

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