PRESTIGEBAUTEN : Auch andere Städte müssen viel Geld nachschießen

Wegen der kurzfristigen Absage der Flughafeneröffnung muss sich Berlin Spott gefallen lassen. Die Erfahrung, dass sich milliardenschwere Infrastruktur- und Bauprojekte verzögern und teurer werden, machen allerdings auch andere deutsche Großstädte:

So wird in Stuttgart der Umbau des Hauptbahnhofes immer teurer. Hieß es vor fünf Jahren noch, die Realisierung des Projektes Stuttgart 21 werde rund 2,7 Milliarden Euro kosten, werden die Kosten derzeit mit 4,33 Milliarden beziffert. Der Bundesrechnungshof erwartet weitere Mehrkosten bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahre 2020.

Schon seit den 1960er Jahren plant Köln den Bau einer Nord-Süd-Stadtbahn. Im Jahre 2004 begannen die Bauarbeiten, die heute an einigen Abschnitten ruhen: Durch die Arbeiten war es zu Schäden an Kirchen gekommen, im März 2009 stürzte gar das Historische Archiv der Stadt ein, zwei Anwohner starben dabei. Später wurde Betrug und Pfusch am Bau nachgewiesen. Die Gesamtkosten werden nun mit mehr als einer Milliarde Euro beziffert – 50 Prozent mehr als beim Baustart geplant.

Die größte Kostenexplosion erlebt derzeit die Hansestadt Hamburg, wo die Bürgerschaft Ende 2003 die Grundsatzentscheidung für den Bau der „Elbphilharmonie“, einem Konzerthaus auf einem alten Hafenkai getroffen hat. Rund 77 Millionen Euro werde dies kosten, hieß es in ersten Planungen. Zuletzt wurden 476 Millionen veranschlagt. 2010 hatte die Eröffnung des spektakulären Baus stattfinden sollen. Nun rechnet man nicht vor 2014 oder 2015 mit einer Premierenfeier. kph

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