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Quartalsbilanz von Siemens : In den Wind geschrieben

26.04.2012 00:00 Uhrvon
Es läuft nicht rund. Siemens baut seit 20 Jahren Windturbinen. Doch beim Stromtransport gibt es unerwartete Probleme.Bild vergrößern
Es läuft nicht rund. Siemens baut seit 20 Jahren Windturbinen. Doch beim Stromtransport gibt es unerwartete Probleme. - Foto: Siemens AG

Weil die Energieprojekte auf hoher See schlecht laufen, muss der Technologiekonzern Siemens sein Gewinnziel für 2012 reduzieren.

„Siemens wird einer der ganz großen Gewinner der Energiewende sein“, so hat es Konzernchef Peter Löscher noch vor kurzem angekündigt. Doch im Moment sieht es nicht danach aus. Siemens hat große Probleme, eine Reihe von Windparks in der Nordsee planmäßig ans Stromnetz anzuschließen. Am Mittwoch musste Löscher zugeben, bei der Auftragsannahme zu forsch gewesen zu sein. „Wir haben die Komplexität der Projekte in ihrer Dimension unterschätzt“, sagte Löscher.

„Der Fehler lag ganz klar bei uns im Hause.“ Um die Probleme bei den Offshore-Projekten will sich nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kümmern. Sie lud zu einem Spitzentreffen im Mai ein.

Im Konzern hat die Fehleinschätzung zwei Konsequenzen: Zum einen muss der bisherige Chef der Energieübertragungssparte, Udo Niehage, seinen Posten räumen. An seine Stelle rückt am 1. Mai der 53-jährige Siemens-Manager Karlheinz Springer, er soll das Geschäft neu aufstellen.

Zum anderen muss Siemens seine Ergebnisprognose deutlich nach unten korrigieren. Für das am ersten Oktober begonnene Geschäftsjahr 2011/12 erwartet der Technologiekonzern statt eines Gewinns von sechs Milliarden Euro nur noch einen Überschuss von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro. Weil die Kosten für die Windpark-Projekte weit über das Ziel hinausgeschossen sind, musste der Konzern in seinem zweiten Geschäftsquartal 278 Millionen Euro zurückstellen. Bereits im ersten Quartal waren es 203 Millionen Euro.

Die Probleme in der Energiesparte – es ist der umsatzstärkste Bereich der vier Unternehmensbereiche im Konzern – kommen zur Unzeit. Denn das zweite Quartal „war wie erwartet nicht einfach“, sagte Siemens-Chef Löscher am Mittwoch. „Die Weltwirtschaft scheint sich zu stabilisieren, allerdings auf deutlich abgesenktem Niveau.“ In dem „eher gedämpften konjunkturellen Umfeld“ ging der Auftragseingang um 13 Prozent auf rund 18 Milliarden Euro zurück. Vor allem seien weniger Großaufträge eingegangen als im Vorjahresquartal. Löscher erklärte, dass sich Siemens etwa beim Kraftwerksbau mit aggressiven Wettbewerbern vor allem aus Asien auseinandersetzen müsse. Im Bereich Energie sank der Auftragseingang in der Folge um knapp ein Drittel auf 5,8 Milliarden Euro. Nur dank des starken Auftragsbestands legte der Umsatz in dem Bereich zu.

Während der Umsatz im gesamten Konzern um neun Prozent auf 19 Milliarden Euro stieg, blieb der Gewinn mit einer Milliarde Euro hinter den eigenen Erwartungen zurück. Neben der Energieübertragungssparte machte sich hier auch die Beteiligung an dem kriselnden Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) bemerkbar. Bei dem Netzwerkausrüster musste Siemens im zweiten Quartal einen Verlust von 640 Millionen Euro in die Bücher nehmen. NSN baut weltweit 17 000 seiner 74 000 Stellen ab. In Deutschland sind 3000 von 9100 Arbeitsplätzen betroffen. Finanzchef Joe Kaeser äußerte aber die Hoffnung, dass sich das von Nokia eingesetzte Management nun wieder dem Geschäft widmen werde. Und dass die weiteren Belastungen in diesem Jahr die veranschlagten 100 Millionen Euro nicht überschreiten werden.

Im Unternehmensbereich Infrastruktur und Städte legte der Umsatz ebenfalls zu. Allerdings ging auch hier der Auftragseingang zurück. Der Grund: Die Kunden bestellten weniger Züge. Allerdings verzerrt hier ein Rekordauftrag der Deutschen Bahn aus dem vergangenen Jahr den Vergleich. Die anderen beiden Unternehmensbereiche – Gesundheit und Industrie – sorgten dagegen für durchweg positive Zahlen.

Udo Niehage, der bisherige Chef der Energieübertragungssparte, bekommt eine neue Aufgabe im Konzern. Er wird in die Hauptstadt wechseln und künftig die Leitung des Berliner Verbindungsbüros von Siemens übernehmen. Er ist zugleich Beauftragter des Unternehmens für Themen der Energiewende im Dialog mit Politik und Verbänden. Burkhard Ischler konzentriert sich auf seine Aufgaben als Berliner Siemens-Repräsentant und Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg.

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