Wirtschaft : Roche geht – Epigenomics stürzt ab

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Berlin - Die Berliner Biotechfirma Epigenomics hat ihren wichtigsten industriellen Partner, den Schweizer Pharmakonzern Roche, verloren. Dessen Tochter Roche Diagnostics werde sämtliche Verträge und Lizenzen an Epigenomics zurückgeben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Zusammenarbeit bei der Entwicklung diagnostischer Produkte für die Krebsfrüherkennung werde vollständig eingestellt. Die Aktie brach daraufhin um mehr als 40 Prozent ein. Roche hatte seinen Rückzug mit der mangelnden Qualität eingereichter Studienergebnisse begründet, die nicht ausreichten, um in die Entwicklungsphase einzutreten.

„Unsere Daten sind gut“, sagte ein Epigenomics-Sprecher. „Wenn Roche das anders sieht, ist das hart für uns.“ Man werde aber andere Wege finden, eigene Produkte auf den Markt zu bringen. Kontakte zu anderen Konzernen gebe es wegen der bislang engen Bindung an Roche allerdings noch nicht. Roche und Epigenomics hatten ihre Kooperation im September 2002 gestartet. Sie hat bei Epigenomics in der Vergangenheit drei bis vier Millionen Euro zum Jahresumsatz beigesteuert. 2005 erlösten die Berliner rund 9,6 Millionen Euro.

Der Roche-Rückzug ist für Epigenomics der Tiefpunkt im Krisenjahr 2006. Im August hatte sich Firmengründer und Vorstandschef Alexander Olek verabschiedet. Ende Oktober kündigte das Unternehmen an, bis zum Ende des ersten Quartals 2007 34 Stellen abzubauen. In Berlin bleiben 78 Stellen übrig. mot

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