Rüstung : Polen stellt Hubschrauber-Deal mit Airbus in Frage

Polen: Neugewählte PiS stellt Kauf von Airbus-Militärhubschraubern in Frage - polnische Hersteller benachteiligt.

Ein Sikorsky S-76B auf dem Messegelände in Hannover. Sikorsky produziert einen Teil seiner Hubschrauber in Polen.
Ein Sikorsky S-76B auf dem Messegelände in Hannover. Sikorsky produziert einen Teil seiner Hubschrauber in Polen.Foto: dpa

Nach dem Wahlsieg der Nationalkonservativen in Polen steht möglicherweise der drei Milliarden Dollar schwere Kauf von Airbus-Militärhubschraubern auf der Kippe. Der Vertrag lasse für die heimischen Produzenten nur noch "die Reste" übrig, sagte der als Ministerkandidat gehandelte, frühere Vize-Außenminister Witold Waszczykowski in der von der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) geführten Regierung am Dienstag der Tageszeitung Rzeczpospolita. Die scheidende Regierung hatte im April ein vorläufiges Abkommen zum Kauf von 50 "Caracal" Mehrzweckhubschraubern von unterschrieben und Angebote von den Rivalen Sikorsky und AgustaWestland abgewiesen. Der Airbus Caracal ist ein Ableger der bekannten Airbus Cougar-Reihe, die vor allem von europäischen Staaten genutzt wird. In Deutschland wird der Airbus Super Cougar in seiner zivilen Variante als Puma oder Super Puma von verschiedenen Behörden genutzt.


Nationalkonservative PiS mit absoluter Mehrheit


Die EU-kritische PiS hat bereits wiederholt erklärt, den Milliardenauftrag lieber an einen Hersteller zu vergeben, der auch in Polen produziere. Sowohl Sikorsky als auch AgustaWestland haben Werke in Polen. Dagegen würde bei Airbus nur etwa zehn Prozent der Fertigung in Polen erfolgen, kritisierte Waszczykowski. Die nationalkonservative PiS gewann bei der Parlamentswahl Ende Oktober die absolute Mehrheit. (dam, Reuters)

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