Wirtschaft : Scholz & Friends mit erstem Börsentag zufrieden

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"Ganz zufrieden" seien sie mit dem ersten Kurs gewesen, sagte Vorstandschef Thomas Heilmann. Bei 4,10 Euro lag die Notierung am Montag morgen, als zum ersten Mal die Aktien der Berliner Werbeagentur Scholz & Friends AG im Geregelten Markt in Frankfurt gelistet wurden - zeitweise kletterte der Kurs sogar auf 4,20 Euro.

Bemerkt haben den Börsengang allerdings nur wenige Börsianer. Scholz & Friends ist zwar die erste Werbeagentur, die an die Börse geht, aber es ist ein kleines Unternehmen und es ist keine klassische Neuemission. Sie übernimmt den "Börsen-Mantel" von United Visions. Der Handel mit diesen Papieren schloss am Freitag bei einem Kurs von 4,20 Euro.

"Der Börsengang ermöglicht es uns, die führende Position der Agentur in den nächsten Jahren auszubauen und den sich wandelnden Ansprüchen der Marken und Medien gerecht zu werden", sagte Heilmann. In Deutschland, wo Scholz & Friends an siebter Stelle unter den Werbeagenturen rangiert, will das Unternehmen vor allem im Bereich Public Relations, Events, Promotion und Direktmarketing vorankommen. Daneben soll das Geschäft in Europa ausgebaut werden.

Zuerst einmal muss die Berliner Agentur aber die Folgen der Rezession und der dadurch auch abgespeckten Werbeetats verkraften. Erst 2003 rechnet Heilmann wieder mit höheren Werbeausgaben. Andererseits sieht er durch die Flaute auch neue Chancen: Personal sei günstiger zu bekommen, Restrukturierungen seien leichter umzusetzen und die Chancen seien nicht schlecht, neue Kunden zu gewinnen.

Trotzdem: Der Umsatz wird 2001 auf 69,6 (Vorjahr: 82,5) Millionen Euro schrumpfen, für 2002 wird mit 63,2 Millionen Euro gerechnet. Vor Steuern und Zinsen rutscht der Gewinn 2001 auf 1,37 (5,7) Millionen Euro ab. 2002 sollen es aber wieder 4,8 Millionen Euro sein. 76 Prozent der Scholz & Friends-Aktien liegen bei der britischen Cordiant Communications Gruppe, elf Prozent beim Management. Von den verbliebenen 13 Prozent wird die Hälfte zunächst frei gehandelt.

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