Wirtschaft : Schwedens Regierung prüft Vattenfall-Rückzug Verkauf der deutschen Tochter ab Herbst denkbar

Schwedisch blau-gelb. Vattenfalls Heizkraftwerk in Berlin-Wilmersdorf. Foto: dpa
Schwedisch blau-gelb. Vattenfalls Heizkraftwerk in Berlin-Wilmersdorf. Foto: dpaFoto: dpa

Stockholm/Potsdam - Für die schwedische Regierung ist es eine bemerkenswerte Äußerung zur Zukunft des staatlichen Energiekonzerns Vattenfall. Er sehe keine Möglichkeit eines Verkaufs der Vattenfall-Töchter in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien vor den Reichstagswahlen im September 2014 – „aber vielleicht danach“, sagte Finanzmarkt-Minister Peter Norman der Wirtschaftszeitung „Dagens Industri“.

Er verwies auf die Probleme mit der Braunkohle in Deutschland, den Atomausstieg und die Affäre um den zu teuer gekauften niederländischen Gasversorger Nuon. Rückblickend könne man daher sagen, es sei ein Fehler gewesen, in diese Märkte einzusteigen, sagte Norman. Analysten gehen davon aus, dass Norman mit seiner Äußerung die schwedische Öffentlichkeit auf einen Rückzug auf das Heimatland vorbereitet. Im Oktober hatte er gesagt, wegen der umfangreichen Investitionen Vattenfalls etwa in die Lausitzer Braunkohle sei ein langfristiger geordneter Übergang nötig, um größere Kapitalvernichtung zu verhindern.

Die Gewerkschaft IG BCE reagiert am Mittwoch genervt auf das Lavieren der Konzernspitze und der schwedischen Regierung. Gewerkschaftsvertreter in der Lausitz etwa fordern Klarheit, die Beschäftigten seien verunsichert. Besser als die Hängepartie um Vattenfalls Zukunft in Europa sei ein Investor, der sich zur Braunkohle bekennt, hieß es.

Ein Sprecher von Vattenfall in Deutschland sagte, konkrete Pläne für einen Verkauf der regionalen Einheit außerhalb Schwedens oder einen Börsengang gebe es nicht. Zuvor hatte es Berichte gegeben, Vattenfall befasse sich 2014 mit dem Verkauf des Geschäfts der Europasparte, Banken würden nach dem Jahreswechsel auf Käufersuche gehen. axf/rtr