Sollen Beschäftigte mehr verdienen? : Auto-Präsident Wissmann warnt vor steigenden Lohnkosten

Die Löhne der Deutschen sollten spürbar steigen, rät die Bundesbank. Die Auto-Industrie ist damit gar nicht einverstanden und warnt vor "Übermut".

Henrik Mortsiefer
Matthias Wissmann ist Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA).
Matthias Wissmann ist Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA).Foto: dpa

Die deutsche Automobilindustrie hält nichts vom Plädoyer der Bundesbank für höhere Löhne in Deutschland. “Diese Debatte nimmt zu wenig in den Blick, dass eine hoch entwickelte Industrie nicht nur innerhalb Europas wettbewerbsfähig bleiben muss, sondern auch gegenüber Asien und Amerika”, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), dem Tagesspiegel. Wollten die Autohersteller Produktion und Beschäftigung in Deutschland sichern, dürften die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Seit 2012 stiegen die Lohnstückkosten wieder spürbar. "Unsere Energiekosten sind zu hoch, die Lohnstückkosten müssen wettbewerbsfähig bleiben”, warnte Wissmann. Trotz hoher Verkaufszahlen und Gewinne haben alle Hersteller Spar- und Effizienzprogramme angekündigt. “In Hochphasen gilt es, nicht übermütig zu werden”, sagte der VDA-Präsident. Alte Fehler dürften nicht wiederholt werden.

Nach den hohen Investitionen der Konzerne in die Elektromobilität fordert der Branchenverband nun ein stärkeres Engagement der öffentlichen Hand. “Wir erwarten, dass jetzt auch die Politik - nicht nur in Berlin, sondern auch in den Kommunen - mutige Entscheidungen trifft”, sagte Wissmann. “Wir brauchen mehr Pioniergeist”, sagte er mit Blick auf die Kritik aus Städten und Gemeinden an geplanten Privilegien für Elektroautos, die Verkehrsminister Alexander Dobrindt einführen will. Diese “Bedenkenträgerei” sei ein Problem. An die Bundesregierung richtete Wissmann die Forderung, gewerblichen Kunden die Anschaffung von E-Fahrzeugen zu erleichtern. Wolle Deutschland zum Leitmarkt werden, “dann sollte es bald die degressive Abschreibung für E-Firmenwagen geben. Am besten schon 2015”.

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