Sparen 2016 : Mehr Geld zum Leben

Wechseln und sparen: 5000 Euro sind drin, wenn man von teuren Versicherern und Versorgern auf günstigere Angebote umsteigt.

Mehr in der Kasse. Auch im Neuen Jahr können Verbraucher bei Versicherungen, Strom & Co Geld sparen.
Mehr in der Kasse. Auch im Neuen Jahr können Verbraucher bei Versicherungen, Strom & Co Geld sparen.Foto: dpa

Teure Weihnachtsgeschenke, eine rauschende Silvesterparty oder ein kostspieliger Skiurlaub in den Weihnachtsferien? Dann ist es jetzt an der Zeit, die Haushaltskasse wieder ein wenig aufzufüllen. Vielleicht aber beschleicht Sie ohnehin schon seit Längerem das Gefühl, zu viel zu bezahlen für Ihre Versicherungen, Ihren Strom- oder Gasanbieter oder Ihren Internetanschluss? Möglicherweise zu Recht. Das Internetportal Check24 hat den Finanzcheck gemacht. Die frohe Botschaft zum neuen Jahr: Wer Tarife vergleicht und sich von teuren Angeboten trennt, kann Tausende Euro sparen. 3500 Euro sind es bei einem 35-jährigen Mustersingle, über 5000 Euro bei einem 45-jährigen Familienvater. Sparen können vor allem diejenigen, die dem Anbieter der ersten Stunde über die Jahre treu geblieben sind und noch nie gewechselt haben.

Vergleichen lohnt sich. Wo Verbraucher 2015 Geld sparen können.
Vergleichen lohnt sich. Wo Verbraucher 2015 Geld sparen können.

VERSICHERUNGEN

Privathaftpflicht: Die Versicherung springt ein, wenn man Dritten einen Schaden zufügt und ist daher ein absolutes Muss für jedermann. Leistungsstarke Tarife gibt es für Singles bereits ab 38 Euro im Jahr (Europa/Basis), der teuerste Anbieter verlangt stolze 94 Euro im Jahr mehr. Guten Schutz für die Familie gibt es bereits ab 50 Euro (Europa/Basis) und damit um 67 Prozent günstiger als beim kostspieligsten Tarif.

Hundehaftpflicht: Jeder Hundehalter braucht in Berlin eine Haftpflichtversicherung für sein Tier. Auch hier lässt sich aber einiges sparen. Der günstigste Anbieter im Finanzcheck, die GVO (Top-Vit Plus) versichert Schäden bis zu zehn Millionen Euro für einen Jahresbeitrag von knapp 58 Euro. Sparpotential hier, verglichen mit dem teuersten Versicherer: gut 82 Euro im Jahr.

Autoversicherungen: Die günstigste Autoversicherung zu finden, ist nicht leicht. Der Preis für die Police setzt sich nämlich aus 40 bis 50 individuellen Tarifmerkmalen zusammen. Die Mühe, einen Tarifvergleich durchzuführen, kann sich aber lohnen. Erstwechsler sparen bis zu 735 Euro im Jahr, hat Check24 ausgerechnet. Kündigen kann man seinen alten Vertrag in der Regel bis Ende November – für das Folgejahr. Man kann aber unabhängig von der Wechselfrist jederzeit kündigen, wenn die Versicherung die Beiträge erhöht oder man einen Schaden hatte.

Risikolebensversicherung: Die Versicherung sichert im Todesfall Hinterbliebene finanziell ab und ist daher – grundsätzlich – ein sinnvoller Schutz. Aber auch hier gibt es riesige Preisunterschiede bei vergleichbaren Leistungen. Einen günstigen Tarif mit umfassenden Leistungen bekommt der 35-jährige Nichtraucher ab 267 Euro im Jahr (Europa/E-T2 N/R), und damit um 76 Prozent billiger als beim teuersten Anbieter. Der 45-Jährige Familienvater kann sich für 357 Euro im Jahr versichern (Ergo Direkt/Q6), auch hier liegt das Sparpotenzial bei 75 Prozent. Raucht der Versicherte, erhöht das die Prämie – beim 35-Jährigen – um bis zu 135 Prozent, beim 45-Jährigen um 154 Prozent. Verschwiegen werden darf der Tabakkonsum aber nicht, sonst erlischt der Versicherungsschutz teilweise oder es drohen Nachzahlungen.

Zahnzusatzversicherung: Die Krankenkassen tragen nur einen Bruchteil der Kosten für Brücken, Prothesen, Kronen oder aufwendige Füllungen. Wer nicht auf dem Rest sitzen bleiben will, braucht eine private Zahnzusatzversicherung. Gute Tarife erstatten die Kosten komplett. Die Versicherung sollte man frühzeitig und vor dem ersten großen Eingriff abschließen. Der 35-jährige Single mit gesunden Zähnen zahlt nur 216 Euro pro Jahr (Arag/Z90 Bonus) und spart durch einen Wechsel bis zu 64 Prozent. Der 45-jährige Familienvater, der schon Zahnersatz hat, zahlt dagegen 337 Euro jährlich (Janitos/Dental Plus) und spart bis zu 46 Prozent.

Hausratversicherung: Die Versicherung schützt Ihre Wohnungseinrichtung bei Einbruch, Brand oder Wasserrohrbrüchen. Außerdem springt sie ein, wenn Ihr Fahrrad aus dem hauseigenen Keller gestohlen wurde, gegen Aufpreis auch dann, wenn das Rad im Hof, an der Straße oder vor der Kneipe entwendet wurde. Eine 50 qm große Wohnung sichern Verbraucher bereits für 34 Euro pro Jahr ab (Allstern/1 Stern) und damit um 66 Prozent günstiger als beim teuersten Anbieter, eine 100 qm große Wohnung für 60 Euro jährlich (Ammerländer/Basic), Sparpotenzial hier: 69 Prozent.

STROM

Viele Stromkunden müssen im neuen Jahr tiefer in die Tasche greifen. Weil die Ökostrom-Umlage und die Netzentgelte steigen, wird der Strom für viele teurer. Umso sinnvoller ist es, über einen Wechsel des Anbieters nachzudenken. Vor allem Menschen, die noch aus der teuren Grundversorgung beliefert werden, sollten handeln.

Ein Berliner Single mit einem Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden könnte im Jahr 179,25 Euro sparen (NEW.de), bei 2000 kWh wären es 295 Euro. Ein Vier-Personen-Haushalt (4000 Kilowattstunden) würde 436 Euro (Eon Berlin Strom) weniger ausgeben im Jahr, bei einem Verbrauch von 5000 kWh wären es 611 Euro. Allerdings sollte man beim Anbieterwechsel nicht nur auf den Gesamtpreis achten. Hohe Boni, Vorkasse, Paketlösungen sollte man vermeiden, zudem sollte man auf die Kundenbewertungen im Internet achten. Wechseln kann sich übrigens nicht nur beim Strom lohnen, sondern auch beim Gas.

INTERNET UND HANDY

Beim günstigsten DSL- beziehungsweise Kabelanbieter kostet die Doppel-Flatrate aus Telefonie und Internet (mindestens 16 000 kBit/s) in Berlin effektiv nur 17 Euro im Monat (Kabel Deutschland/Internet&Phone 25). Ein Anbieterwechsel spart bis zu 60 Prozent. Für Verbraucher, die sich keine Gedanken über die Kosten beim Telefonieren und mobilen Surfen machen wollen, gibt es eine All-Net-Flatrate inklusive einem Gigabyte Datenvolumen effektiv ab 13 Euro im Monat (Sparhandy/Allnet-Flat L). Der Wechsel spart bis zu 54 Prozent.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben