Spekulationen um Fluggesellschaft : Rudolf Wöhrl will mit Air Berlin nichts zu tun haben

Nicht einmal Gespräche mit Air Berlin habe es bislang gegeben, dementiert Luftfahrtinvestor Wöhrl Berichte um seinen Einstieg. Ein anderes Gerücht um die Zukunft der angeschlagenen Airline hingegen verdichtet sich.

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Derzeit wird in Luftfahrtkreisen über ein stärkeres Engagement von Etihad bei Air Berlin spekuliert.
Derzeit wird in Luftfahrtkreisen über ein stärkeres Engagement von Etihad bei Air Berlin spekuliert.Foto: dpa

Welchen Weg die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin künftig nimmt, dürfte sich eher binnen Tagen als Wochen entscheiden. James Hogan, Chef des Großaktionärs Etihad Airways, sagte am Montag auf einer Luftfahrtkonferenz in Abu Dhabi: „Alle unsere Vorstellungen wurden erfüllt, und wir sind in der Endphase der Verhandlungen für die nächste Stufe unserer Partnerschaft.“

Das „Handelsblatt“ hatte zuvor berichtet, dass Air-Berlin-Gründer, Langzeitchef und Aktionär Joachim Hunold (hält noch knapp zwei Prozent der Anteile) und Aktionär Severin Schulte (1,7 Prozent) gemeinsam mit dem Luftfahrtinvestor Rudolf Wöhrl eine GmbH als Obergesellschaft für Air Berlin gründen sollen. Unter deren Dach sollte Air Berlin dann weiterfliegen, ohne weiter an der Börse platziert zu sein.

Das Geld dafür solle aus Untergesellschaften der Airline kommen und etwa durch Immobilien abgesichert sein. Das Blatt spekulierte weiter, dass die ausländischen Eigentümer dieser Konstruktion mit drei deutschen Staatsbürgern an der Spitze einen Konflikt mit der EU-Kommission vermeiden, die Ende vergangene Woche bereits ankündigt hatte, die neue Eigentümerstruktur prüfen zu wollen.

Etihad könnte die Berliner mit Alitalia verzahnen

Die Zentrale von Air Berlin wollte diese „Spekulationen“ am Montag wie üblich nicht kommentieren. Und zumindest der Investor Wöhrl, der Hunold einst die Billigairline dba verkaufte, erklärte am Montag, dass er bei den Börsenrückzugsplänen von Air Berlin keine Rolle spiele. „Es gab bisher kein einziges Gespräch, ja noch nicht einmal eine Kontaktaufnahme seitens Air Berlins oder eines der Gesellschafter“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Allerdings wäre er mit seinem Unternehmen Intro-Aviation „immer zu Gesprächen bereit“, stellte Wöhrl klar. Tatsächlich tauchte sein Name jetzt zum ersten Mal in der Diskussion um die Zukunft von Air Berlin auf. Dass Hunold, der die Gesellschaft 1991 gegründet und bis September 2011 geführt hatte, wieder eine größere Rolle spielen soll, wird indes schon länger vermutet.

Auch das Gerücht, Etihad stehe vor einem Einstieg bei Alitalia, verfestigt sich. Die Zeitung „La Republica“ berichtete, Etihad habe bereits ein Angebot bei der Regierung in Rom vorgelegt und plane eine enge Verzahnung mit Air Berlin. Etihad-Chef Hogan bestätigte nur, dass seine Gesellschaft derzeit die Bücher der italienischen Gesellschaft prüfe.

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