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Standort Berlin-Tegel : Air Berlin einigt sich mit Easyjet auf Teilverkauf

Easyjet will zum "führenden Kurzstreckenanbieter in Tegel" werden und übernimmt 25 Flugzeuge der insolventen Air Berlin. Bislang waren die Briten nur in Schönefeld präsent.

Eine Easyjet-Maschine landet in Schönefeld (Brandenburg) vor abgestellten Flugzeugen von Air Berlin.
Eine Easyjet-Maschine landet in Schönefeld (Brandenburg) vor abgestellten Flugzeugen von Air Berlin.Foto: dpa/Bernd Settnik

Die britische Fluggesellschaft Easyjet kauft Unternehmensteile der insolventen Air Berlin am Standort Berlin-Tegel. Die Vereinbarung sieht die Übernahme von 25 Flugzeugen vor, die bislang zur Air-Berlin-Flotte gehörten, wie Easyjet am frühen Samstagmorgen in London mitteilte. Die Maschinen vom Typ A320 waren geleast, Easyjet will nach eigenen Angaben ebenfalls Leasingverträge abschließen. Für das Geschäft soll Air Berlin 40 Millionen Euro erhalten. Außerdem will Easyjet rund tausend Mitarbeitern des Flugpersonals von Air Berlin Arbeitsplätze anbieten.

Flüge innerhalb Deutschlands und ins europäische Ausland

Mit der Übernahme will Easyjet nach eigenen Worten zum "führenden Kurzstreckenanbieter in Tegel" werden und Flüge innerhalb Deutschlands sowie zu Zielen im europäischen Ausland anbieten. Bislang bedient die britische Linie nur den Berliner Flughafen Schönefeld. Die Teilübernahme müsse noch von den Regulierungsbehörden genehmigt werden, erklärte Easyjet. Mit einem Abschluss des Geschäfts werde im Dezember gerechnet. Im Winter solle zunächst ein begrenztes Flugangebot von Tegel aus betrieben werden, im Sommer 2018 werde Easyjet dann auf ein komplett ausgebautes Flugangebot umstellen.

Zu Details, für welche Strecken es künftig Angebote geben soll, äußerte sich Easyjet auf Anfrage zunächst nicht. Auch Air Berlin bestätigte die Einigung mit Easyjet. Damit seien jetzt "sämtliche Bieterverhandlungen erfolgreich abgeschlossen", teilte das Unternehmen am Samstag mit. Die 25 Maschinen, die Easyjet übernehmen will, sollen demnach "primär am Flughafen Berlin-Tegel" stationiert werden. Insgesamt seien nun für etwa 80 Prozent der Air-Berlin-Mitarbeiter Anschlussbeschäftigungen gefunden worden.

Verdi begrüßt Pläne von Easyjet

"Wir freuen uns sehr über das positive Verhandlungsergebnis mit Easyjet", erklärte der Generalbevollmächtigte für Air Berlin, Frank Kebekus. "Alle Unternehmensteile der Air Berlin sind jetzt verkauft", hob er weiter hervor. Von einem "großen Erfolg" sprach auch Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. "Wir haben unser Ziel erreicht", erklärte er weiter. Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Pläne von Easyjet. "Es ist eine gute Nachricht, dass nun auch Easyjet einen Teil der insolventen Air Berlin kauft, weil damit rund tausend Arbeitsplätze gesichert werden können", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Easyjet wolle offenbar bisherige Air-Berlin-Mitarbeiter nach beschleunigten Bewerbungsverfahren vorrangig einstellen, ohne dass diese dabei finanzielle Einbußen hinnehmen müssten, hieß es von Verdi weiter. "Das gibt sehr vielen Beschäftigten von Air Berlin eine reelle Chance und berufliche Sicherheit für die Zukunft", erklärte dazu Behle. Um den Einstieg von Easyjet zu erleichtern, wird nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" durch die insolvente Air Berlin noch eine neue Tochtergesellschaft Air Berlin Aviation GmbH gegründet. Ziel sei es, "im Bieterverfahren mehr Flexibilität zu schaffen und damit auf die Bedürfnisse dieser Bieter besser eingehen zu können", hieß es demnach von Seiten von Air Berlin.

In der Nacht zu Samstag war der letzte Air-Berlin-Flug in Tegel gelandet, die bankrotte Airline stellte damit nach fast 40 Jahren den Betrieb ein. Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Die Lufthansa will für 210 Millionen Euro 81 von zuletzt 144 Flugzeugen übernehmen. (dpa, AFP)

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